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Arthrosen sind chronische Gelenkserkrankungen bei welchen Knorpelgewebe zerstört wird. Zusätzlich stellen sich Veränderungen im Bereich des Knochens, der Gelenkschleimhaut, Kapsel sowie der Muskulatur ein. Es entsteht vermehrter Druck auf die Knochen und durch Abreibungen der Gelenkkörper bzw. Gelenkknöchelchen treten Schäden und Verformungen an der Knochensubstanz auf. Die Erkrankung kann verschiedene Ursachen haben:
Gelenkabnutzung und Gelenkknorpelabnutzung werden durch Alter, Überbelastung, Übergewicht, Borreliose, Traumen, Fehlstellungen (Ernährungsfehler) oder Bänderschwäche hervorgerufen (Sekundäre Arthrosen). Von primären Arthrosen spricht man wenn ursächlich keine der o.g. Störungen gegeben ist. Bei genetischer Disposition und bei Folgeerscheinung von genetischen Fehlbildungen (Dysplasien)
Die bekanntesten Dysplasien sind: OCD (Osteochondrosis dissecans), ED (Ellbogendysplasie), HD (Hüftgelenksdysplasie), Spondylarthrose (Spondylose = krankhafte Veränderungen an den kleinen Gelenken der Wirbelsäule). Eine Arthrose tritt bei sehr vielen Hunden erst im fortgeschrittenen Alter auf (Abnutzungserscheinung). Meist ist der Prozess schleichend und wird daher auch erst sehr spät oder durch Zufall beim röntgen erkannt. Nicht alle Hunde zeigen die spezifischen Symptome, wie zum Beispiel Steifheit bzw. eine Bewegungseinschränkung. Als rassespezifisch würde ich die Arthrose nicht ansehen, da es zum einen im fortgeschrittenen Alter bei den unterschiedlichsten Rassen auftritt und zum anderen auch Mischlinge genauso häufig daran erkranken. Mein Rüde war HD-frei, hatte aber durch eine Borreliose und auch aufgrund seines Alters in seinen letzten Lebensjahren Arthrose. Er stand etwas langsamer auf und ging die ersten Schritte etwas steif. Das war immer auch wetter- u. temperaturabhängig und trat oft in Schüben etwas stärker auf. Hin und wieder war er aber auch fast “symptomfrei”.
Viele Medikamente werden bei Arthrose zur Schmerzlinderung, aber auch um ein Fortschreiten der Erkrankung aufzuhalten, eingesetzt. Diese Medikamente hier alle aufzuzählen wäre müßig. Bekannte Medikamente und Schmerzmittel sowie Zusatzstoffe sind Metacam, Arthrovet, Rimadyl, Canosan, Traumeel*, Zeel* und Grünlippmuschelextrakt. Sehr bekannt ist auch die Teufelskralle und deren Wirkstoffe sollen entzündungshemmend und schmerzstillend sein. Studien die die Wirksamkeit belegen gibt es meines Wissens nicht.
Zu den Wirkstoffen Glucosamin- und Chondroitinsulfat hat man amerikanische Studien herausgebracht und Dr. med Jason Theodosakis hat ein Buch geschrieben, dass für großes Aufsehen sorgte. Buch und Studien bestätigten eine regenerierende Wirkung der geschädigten Knorpelmasse. http://www.innovations-report.de/htm...cht-12672.html
Natürlich kann man nicht von einer Heilung sprechen, aber zur Schmerzlinderung und/oder zur Vermeidung einer zunehmenden Verschlechterung des Krankheitsprozesses, finde ich es durchaus angebracht etwas zu geben.
Fortiflex (virbac) schreibt: "Chondroitinsulfat ist ein natürliches Glucosaminoglucan (GAG), das im gesunden Gelenkknorpel den größten Teil - ca. 80 % - der strukturellen Bestandteile ausmacht. Es sorgt dort durch seine enorme Wasserbindungskapazität für eine hohe Gleitfähigkeit des Gelenkknorpels. Als Futtrergänzung zugeführt hat es wissenschaftlich nachgewiesene chondroprotektive Eigenschaften.”Quelle: www.virbac.de
Es gab noch weitere Studien: Eine vor ca. 5 Jahren in der renommierten Zeitschrift "Lancet" veröffentlichte Studie zeigte einen radiologisch messbaren, positiven Effekt bei der Gelenkspaltverschmierung, wenn Patienten mit bestehender Gonarthrose über längere Zeit eine Tagesdosis von 4.500 Milligramm Glucosaminsulfat zu sich nahmen. Auch Chodroitin ist, wie der Name andeutet, am Ernährungsstoffwechsel des Knorpels beteiligt. In einer großen Meta-Studie aus dem Jahr 2000 (JAMA Journal of the American Medical Association) wurden die Daten aus 15 Publikationen analysiert, die sich mit der Wirkung von Chondroitin und Glu-cosamin beschäftigten sowie den Anforderungen an eine kontrollierte klinische Studie entsprachen. Den getesteten Substanzen wurde dabei – entsprechend einer Skala von 0 bis 1 - ein mittlerer (Glucosamin 0,44) bis starker Effekt (Chondroitin 0,7 zugesprochen. Der US-amerikanische Verband für Gesundheitsforschung NIH (National Institutes of Health) führt deswegen auch zur Frage der ausreichenden Dosierung – empfohlen werden derzeit 1500 Milligramm Glucosamin und 1.200 Milligramm Chondroitin täglich – eine umfassende, 14 Millionen Dollar teure Untersuchung durch, die bis zum Jahr 2005 definitive Ergebnisse bringen sollte. Quelle: http://www.medizin.de/gesundheit/deutsch/834.htm
Allerdings wollen Forscher vom Institut für Sozial und Präventivmedizin der Universität Bern 2007 in einer umfassenden Überprüfung der vorhandenen klinischen Studien herausgefunden haben, dass Medikamente mit dem Wirkstoff Chondroitin bei Arthrose zur Schmerzlinderung wahrscheinlich wirkungslos sind. Stephan Reichenbach fasst die Ergebnisse der Meta-Analyse wie folgt zusammen: «Bei fortgeschrittener Arthrose nützen Chondroitin-Präparate wahrscheinlich nicht besser als ein Scheinmedikament.» Da in den neuesten Studien, in denen sich Chondroitin als nutzlos erwies, vermehrt Patienten mit fortgeschrittener Arthrose untersucht wurden, können die Forschenden nicht vollständig ausschliessen, dass Chondroitin bei leichter Arthrose eine gewisse Wirkung zeigt. «Bisher finden wir jedoch keine robuste Evidenz, welche eine schmerzlindernde Wirkung von Chondroitin bei leichtgradiger Arthrose belegen würde,» sagt Reichenbach. «Die positive Meldung ist aber, dass die Präparate wahrscheinlich sicher sind.» In den analysierten Studien hatten Medikament und Scheinmedikament ähnliche Nebenwirkungsraten. http://www.snf.ch/D/NewsPool/Seiten/mm_07apr17.aspx
Wie diese unterschiedlichen Resultate zu bewerten sind, kann ich nicht beurteilen.
Verschiedene homöopathische Medikamente werden ebenfalls zur Schmerzlinderung verabreicht. Um hier ein paar zu nennen: Symphytum D2, Heckla Lava D2, Vermiculite D6 + Arnica D3, Traumeel usw. Dabei muss aber erwähnt werden, dass die Wirksamkeit der Homöopathie bisher immer noch nicht bewiesen ist. Da es hierbei aber um niedrige Potenzen geht, kann man davon ausgehen, dass tatsächlich noch Wirkstoffe enthalten sind. (Skandal Jaques Benveniste 1988, sowie die spätere britische Studie 1993 ) * Unterstützend neben den Medikamenten wirken häufig Physiotherapie, sowie eine Gewichtsreduktion.
Manche Hunde erlangen sogar Symptomfreiheit und hören auf zu lahmen oder sind zumindest nicht mehr ganz so steif. Je nach Krankheitsbild hilft aber oft nur noch ein chirurgischer Eingriff. Die Wahl der Operationsmethode richtet sich nach Schweregrad bzw. Gesamtbild der Displasie und muss mit dem behandelnden Arzt besprochen werden. Denervation (durchtrennen des schmerzleitenden Nerves), Pectinektomie (Durchtrennung des schmerzverursachenden Muskels), Fremurkopfresektion bis hin zu Endoprothese, sind die Op-Möglichkeiten. Heilbar ist Arthrose aber nicht.
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