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Sie schießen wie Pilze aus dem Boden und immer mehr Hundehalter ohne wirkliche Qualifikation eröffnen eine eigene Hundeschule. Noch nie gab es soviele wie zur Zeit, aber m. E. auch noch nie so viele verhaltensauffällige Hunde.
Deutschland wimmelt von „Experten“ und die Zahl der selbsternannten Koryphäen nimmt täglich zu.
Da wird mit nichts sagenden Diplomen gewinkt; ja manche berufen sich stolz auf ihr Fernstudium. Harkt man dann nach, so kann man auf der website der jeweiligen Ausbildungsstätte lesen, dass es sich um ein hausinternes, staatlich nicht anerkanntes Diplom handelt. (Es gibt keinen Lehrstuhl für Tier- oder Hundepsychologie.)
Es geht aber auch viel einfacher ! Lieschen Müller, der schon seit langem die Decke auf dem Kopf fällt und deren “gutgehendes kleines Familienunternehmen“ sie nicht mehr wirklich ausfüllt, gründet eine mobile Hundeschule. Als Qualifikation hat sie immerhin ein paar Hundebücher im Schrank, selbst einen lieben Hund unterm Schreibtisch, wuchs ja sowieso mit Hunden auf, war auch mal auf einem Vortrag von X oder Y.... Evtl. hat sie sogar schon mal eine Begleithundprüfung absoviert. Eine alte Schleppleine liegt auch noch in der Ecke, Zoomarkt “Fressnapf” hat wieder Halti’s im Angebot, und bei ebay sind genügend diverse Sprühhalsbänder zu ersteigern. Ach...und wegen der Rütteldose....Dann gibt’s halt mal Ravioli. Kleine Steinchen sind im Garten und ein Plastikdeckel liegt noch irgendwo in der Schublade. Eine nette kleine Homepage ist schnell kreiert. Mit freundlich anzuschauendem Konterfei und viel Flora im Hintergrund abgelichtet; zu Füßen ein ebenso nett anzuschauender Vierbeiner. (Wahlweise auch mehrere fröhlich herum tollenden Hunde). Das langt doch dicke! (Kleiner Tip an Lieschen Müller an dieser Stelle: Man darf auch eine Akademie gründen; klingt sehr gut und gaukelt dem Laien gleichzeitig Kompetenz vor. Der Phantasie sind da keine Grenzen gesetzt !) Und dann geht’s los: Im Copy-Shop lässt man einen schicken Autoaufkleber drucken, „Mobile Hundeschule Lieschen Müller – Da werden Sie geholfen!“, im örtlichen Käseblättchen inseriert man entweder kostengünstig oder gar kostenlos einen netten kleinen Reim und es dauert dann meist gar nicht lange und der erste hilfesuchende Hundebesitzer ruft an oder steht vor der Tür.
So oder ähnlich läuft es seit vielen Jahren und ich bin der Meinung, dass es allerhöchste Zeit ist, diesem Wahnsinn Einhalt zu gebieten. Eine bundesweite einheitliche Zertifizierung wäre der wichtigste Schritt, um die Spreu vom Weizen zu trennen und den Stümpern den Garaus zu machen...
Es kann nicht sein, dass Lieschen Müller an Problemhunden herum therapiert!
Doch wie soll es richtig funktionieren? Sollten nur noch Tierärzte, mit Zusatz Verhaltenstherapie (GTVT) sagen, wo es lang geht, bzw wie es gemacht wird und Trainer ausbilden...welche dann, nach erfolgter Prüfung ihre Hundeschule eröffnen dürfen? Oder die derzeitigen Kynologen, Ethologen Und Biologen, (Feddersen-Petersen, Bloch, Grewe, Gansloßer, Blaschke-Berthold, u.a.) gemeinsam etwas erarbeiten ? Oder die Gesellschaft für Haustierforschung (gfh)? Oder die Gesellschaft zur Förderung Kynologische Forschung, (GKF) ? Oder alles nach dem Konzept Canis-Kynos (Eric Zimen und M. Grewe) ? (Ein paar Videos, die eine Schülerin von Canis bei MyVideo ins Internet setzte, sowie ihre Postings in einem öffentlichen Forum haben mich doch sehr schockiert. (Herr Grewe veranlasste, auf meine Nachfrage hin, allerdings recht schnell, dass die Filmchen “Bewegungsreiz” entfernt wurden.) Wer wird die Grundsätze, die Vorgehensweise und / oder Therapien erarbeiten und schriftlich fixieren, nach denen die Trainer dann ausgebildet werden?
Ja...nach wessen Ideologie? Und wer nimmt die Prüfung ab?
Wie soll die Praxis aussehen? (Theorie ist wichtig, aber kann sie auch immer praktisch umgesetzt werden?) Und wie teuer macht man die Ausbildung? Bleibt sie dann nur noch den gut Betuchten oder Reichen vorbehalten? Diesen undurchdringlichen Dschungel bundeseinheitlich, nach den neuesten Erkenntnissen, der derzeitigen kynologischen Verhaltensforschung, zu lichten, wäre 1. Option. Wie soll der Laie denn beurteilen, wer und mit welcher Qualifikation der richtige Trainer ist? Ist überhaupt Hunde-Trainer das richtige Wort? Mir fällt da noch Hundeflüsterer, Tierpsychologe, Hundepsychologe, Tierkommunikator, Hundeausbilder ein. (Falls ich etwas vergessen habe, bitte Mitteilung per e-mail!) Wie erkennt man eine gute Hundeschule? Ich werde immer wieder gefragt, auf was man achten sollte bzw. wie man eine gute von einer schlechten unterscheiden kann.
Hier nun einzelne Kriterien, die ich für wichtig halte (Ohne Anspuch auf Vollständigkeit!)
- Wie ist der kynologische Werdegang / Lebenslauf des Trainers ?
- Wurden Seminare/Workshops usw. unterschiedlicher Kynologen besucht ? Wenn ja,...wieviele, was war Themeninhalt und bei wem? (Kommunikation, Leinenaggression, Anti-Jagd-Training usw. Viele Trainer haben einen "Guru" und sind daher einseitig ideologisch geprägt!)
- Wird von einer Erfolgsgarantie binnen 1 oder 2. Wochen gesprochen ? (Totaler Nonsens.... denn Problem ist zwar Problem , aber Hund nicht gleich Hund, da jeder seine individuelle Präge- u. Sozialisierungsphase hat.)
- Wird mit diversen Diplomen Werbung gemacht ?
- Wieviele Hunde wurden von X oder y selbst ausgebildet und in welchen Sparten ? (Obedience, Rettungshundearbeit, VPG etc.)
- Wieviele verschiedene Rassen hatte er überhaupt schon selbst an der Leine ? (kann er auch rassespezifische Eigenschaften berücksichtigen?)
- Wie sieht es aus mit Referenzen von anderen Hundehaltern.... diesen auch nachgehen... (Fantasie-Storys: "Frau M. aus F." auf den Grund gehen. Ist jemand wirklich zufrieden, erlaubt er auch gerne den Kontakt.)
- Wird nur Stationär gearbeitet oder auch flexibel/mobil ? (Problemlösung auch vor Ort oder nur auf einem abgeschlossenen Gelände.)
- Das wichtigste.... Schau Sie sich die Hunde des Ausbilders an....
- Schauen Sie sich die Arbeit an... Wie sind die anderen Hunde drauf ? (Interaktion, Kommunikation, Konfliktreaktionen / Meideverhalten etc.)
- Wird mit positiver Bestärkung gearbeitet ?
- Wird schnell zur Kastration geraten ?
- Sind die Welpen"spielstunden" klein und überschaubar, oder überfüllt ?
- Werden da ständig irgendwelche Aktionen vollzogen ? (Evtl. Reizüberflutung) ?
- Nach welchen Kriterien werden sie abgehalten?! (Evtl. nach Weidt / Berlowitz) ?
- Ist das Vorgespräch kostenlos, oder wird gleich abkassiert ?
- Stimmt die Passung ? (Die Hundegruppen untereinander.) ?
- Gibt es gemeinsame Spaziergänge ? (bitteschön kostenlos!)
- Steht da eine/r allein auf dem Platz oder sind beratend weitere Trainer vor Ort?! (Zwecks Meinungsaustausch und größerer Objektivität des zu beurteilenden Hundes und der Vorgehensweise bei Problemen)
- Wird bei Aggression frontal auf die auslösenden Reize zugelaufen ?
- Wie schnell werden aversive Hilfsmittel, wie z.B. Sprühhalsband, Rütteldose, Wickelleine, Schummelleine, (die dünne schmerzhafte, direkt hinter den Ohren), Halti etc. eingesetzt ?
- Welche Fachlektüre hat er im Schrank und auch gelesen ? (Auch nicht ganz unwichtig !)
- Bildet der Ausbilder sich noch weiter...oder hat er nun die Weisheit mit Löffeln gefressen und das gar nicht mehr nötig ? - Hat er /sie auch medizinisches Know how ? (z.B. bei Hyperaktivität, SDU, Ernährung/Proteingehalt usw.)
- Hört er Ihnen auch wirklich zu, oder kennt er Ihren Hund sowieso schon ganz genau und hat sofort die Lösung parat ? (Sowas soll's geben!)
- Wie lange sind die Trainingseinheiten am Stück ? (In der Regel viel zu lange!)
- Wie ist der Umgangston ?! (Trainer, die keine Geduld haben und somit den Besitzer negativ beeinflussen, was wiederum kontraproduktiv bei der Arbeit mit dem Hund ist, gibt es massenhaft.)
- besteht er auch bei erwachsenen Hunden auf jährliche Tollwutimpfung, trotz geändertem Wiederholungsintervall ? (Für mich ist es absolut wichtig, dass er auch diesbezüglich auf dem neuesten Stand der Erkenntnisse ist und die jährliche Impfung nicht mehr fordert!)
- Schauen Sie sich die Internetpräsenz an (Oft geben kleine Foto’s und auch Video-Filmchen Aufschluss über das geschehen vor Ort, sowie die Motivation der Hunde)
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Auch via TV kann man sehen, welche “Marktlücke” da vorhanden ist. Die Einschaltquoten sprechen für sich. „Die Superfrauchen,“ und „Die Tiernnanny“ zeigen uns doch, wie einfach das geht. Zu den “Therapeuten” solcher Sendungen: Zwar scheint auf den ersten Blick in solch einer Sendung der betreffende Hund schnell "therapiert," aber über mögliche Spätfolgen durch diese Methoden - psychisch und physisch- gibt es kaum Erkenntnisse. Außer...so wie ein Veterinärmediziner, Dr.med. vet. Ortlieb, z.B. im Internet beschreibt, ..."er mit den Folgen der Quetschungen des Genitalbereiches durch Wickelleine in seiner Praxis konfrontiert wird". Und diese Methoden, die da via TV gezeigt werden, werden eben nachgemacht. In den meisten Sendungen wird meiner Meinung nach zu schnell auf aversive Hilfsmittel zurück gegriffen. (Sprühhalsband, Halti, Wickelleine, Rütteldose, Maulkorb usw.) Eine befreundete Tierärztin sagte mir gegenüber aus, das sie des öfteren Lefzenquetschungen in der Praxis hat. (Halti und / oder Maulkorb). Ausserdem stelle sie fest, dass immer häufiger neurotische Hunde, "verpackt" in Halti's in die Praxis kommen. Fakt ist auch, dass nach dieser Sendung, in Zoofachmärkten ein "run" auf Haltis zu verzeichnen war. Fakt ist aber auch, dass die wenigsten Mitarbeiter solcher Zoofachgeschäfte kompetente Tiertrainer etc. sind, und ausführlich beraten können. Viele sind 400,-- Jobber und haben von Hunden und deren empfindlichen Akupunkturpunkten auf dem Nasenrücken keine Ahnung. Das gleiche gilt für Maulkörbe. Nicht selten sind sie zu groß, oder noch schlimmer, zu eng, so dass ein ausreichendes hecheln teilweise unterbunden wird. "Tierpsychologin". Ein irreführender Begriff, da es in Deutschland keinen Lehrstuhl für Tierpsychologie gibt. Das besagte Diplom der betreffenden Dame ist von der ATN in der Schweiz und ein hausinternes. Die ATN sagt auch öffentlich, dass es nicht staatlich anerkannt ist. Weder in der Schweiz noch in Deutschland. Ein Fernstudium, bei dem meiner Meinung nach die Praxis fehlt bzw. zu kurz kommt. Ich kenne Leute, die das Fernstudium bei ATN angefangen und wieder abgebrochen haben. Das lag aber nicht daran, weil das Studium zu schwer war. Weitere Defizite dieser Erziehungs-Sendungen sind die fehlende Aufklärung über „hundliches“ Verhalten generell, ( Aggressionsformen, Beschwichtigungsgesten, Übersprungshandlungen), bedrohend wirkende Gesten vom Menschen ausgehend, uvm. Viele Hunde werden von ihr als dominant-aggressiv eingestuft, was ein fataler Fehler ist, da m. E. die Hunde häufig Angstaggression zeigen. Zur Sendung “Die Tiernanny”: Ich nenne sie, in Hinblick auf den meist laienhaften Zuschauer, schlichtweg eine Katastrophe, da sie viel zu oberflächlich ist. Die Sendung "Tiernanny" geht eine Stunde lang und es werden dabei 2 Hunde vorgestellt. Zuerst das "Problem", dann die Beratung, dann wird geübt, anschließend sitzt Nanny irgendwo weit weg, schaut sich alles per Video an (Hausaufgabe)...dann erneuter Besuch...korrigieren...fertig. So... wenn ich nun von dieser Stunde dreimal Werbung abziehe, bleiben summasumarum etwas über 40 Minuten. Geteilt durch zwei "Problemhunde"...bleiben pro Hund für das oben aufgeführte, (Problem ansehen, erklären, üben, "Verbesserung nach "Hausaufgabe") ca. 20 Minuten. Also werden evtl. mehrere Wochen (?) in ca. 20 Minuten Sendezeit pro Hund/Problem gepackt. In dieser Zeit sitzt aber ein Zauschauer vorm TV und "lernt", besser gesagt, er lernt nichts richtig. Und wie kann ich mich als Psychologin vor laufender Kamera dann im Hotelzimmer, oder weiss der Kuckuck wo, echauffieren und kopfschüttelnd erzählen: "Die (Besitzer) machen ja alles falsch!" "Ich habe denen doch extra gesagt, dass...bla, bla, bla..." Frau „X“ müsste doch spätestens nach der dritten Hausaufgabe gemerkt haben, dass die Hundebesitzer eben nicht alles verstanden haben, bzw. das von ihr erklärte nicht richtig umsetzen können, und es vernünftiger wäre von dieser sogenannten „Hausaufgabe“ Abstand zu nehmen. Aber nein !....an der Hausaufgabe wird festgehalten....egal ob in der Zwischenzeit die Hunde dabei erstmal so richtig "kirre" gemacht und die “Hilfsmittel meist schon fleissig angewendet werden. Und wenn der Besitzer, dem ja zuvor alles so "profund" erklärt wurde, schon nicht begriffen hat, was zu tun ist, wie mag es dann dem Zuschauer gehen? Da wird die frontale Konfrontation bei Angstaggression und „Aggression gegenüber Artgenossen“ bevorzugt, anstatt in kleinem Bogen, auf angst- und/oder aggressionsauslösende Reize zuzugehen. Es wird auch versäumt bestimmte Begriffe, wie Bindung, positive Bestärkung, Fehlverknüpfungen, Konditionierung usw. ausführlich erklären.
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(Ich weiss, ein Zeitfaktor, den das Format der Sendung nicht zulässt. Aber ich meine dazu: Entweder macht man etwas richtig oder gar nicht.) Würde sie wenigstens darüber aufklären, was bei falscher Anwendung von Halti und / oder Maulkorb mit dem Hund geschieht. Hat sie einmal erklärt worauf beim Kauf eines Kopfhalfters geachtet werden sollte? Welche unterschiedlichen Kopfhalter es gibt. .....Ich sehe immer öfter Hunde mit Halti's, deren Lefzen permanent gequetscht werden, Maulkörbe die zu eng sind, oder aber zu gross und die Augenpartie quetschen. Nichts von alldem. Man sollte doch eines bitte bedenken: Worum geht es hier eigentlich?? Doch um die Hunde! Und nicht nur jeweils um die beiden in der Sendung vorgestellten, sondern um tausende von Hunden, die dann das ausbaden müssen, was durch mangelnde Erklärung und absolut unzureichend dem Zuschauer via TV "verklickert" wurde. Man sollte doch immer daran denken, dass jeder Hund seine "Vorgeschichte" sowie seine eigene Präge- und sozialisierungsphase hat, und diese individuell ist. Also ...Problem ist zwar Problem, aber Hund ist nicht gleich Hund. Was bringt es den Hunden, die mal eben ein Sprühhalsband oder ein Halti umgezogen bekommen und deren Besitzer voll "motiviert" auf's Knöpfchen drücken oder am Halti herum rucken? Auch von falscher Verknüpfung, gerade beim Sprühhalsband und wie vorsichtig dieses eingesetzt werden sollte, hat Frau “X” meines Wissens noch nie gesprochen. Ich kenne einen Fall, bei dem ein Hund sein angebliches "Protestpinkeln" via Sprühhalsband abgewöhnt bekommen sollte. Dass dieser Hund aber nur beschwichtigte und deshalb "pfützte", davon hatte Herrchen keinen blassen Schimmer. Im TV hat es mit dem "was abgewöhnen" doch auch funktioniert! Der Hund landete im Tierheim, war hochneurotisch. Für jedes „pieseln“ bekam er eine verpasst. Und pieselte dadurch grad noch mehr.
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Wer nun meint, ich hätte etwas gegen die TV-Damen, der irrt. Ich kenne sie nicht persönlich - wahrscheinlich sind sie privat sehr sympathisch und nett. Das ändert aber nichts an ihren oft fragwürdigen Methoden und an dem Format der Sendungen sowieso nichts. Wäre ich "Tiernanny" oder „Superfrauchen“ hätte ich von dem Projekt in dieser Form dankend abgelehnt, da bei gesundem Menschenverstand klar sein muss, dass es für viele Hunde in Deutschland, mangels Anleitung/Aufklärung nach hinten losgeht. Ein anderer Fall von hunde-psychologischer “Kompetenz”: Die Besitzerin einer jungen, knapp 4 Monate alten Groenendael-Hündin, wollte auf Nummer sicher gehen und testen lassen, ob ihre, gegenüber fremden Personen äusserst ängstlich reagierende Hündin, nicht evtl. mal, aus ihrer Angst heraus, zubeißen würde. Sie vereinbarte einen Termin mit einem Diplom-Hundepsychologen. Und was tat dieser Mann?.... Er bedrängte die sowieso extrem unsichere Hündin, trieb sie in die Ecke und zwickte sie auch noch. Da die Hündin nicht nach ihm schnappte...sein Urteil: „Kein Angstbeißer!“ Zu bewerten, ob diese Hündin in einer anderen, für sie evtl noch bedrohlicher wirkenden Situation, nicht doch mal zubeißen würde, maße ich mir nicht an. Aber: Was ist das für ein Volltrottel, der eine so junge Hündin bedrängt und zwickt? Was hat denn die Kleine daraus gelernt? Fremde Menschen waren/sind mir nicht grundlos unheimlich, denn sie tun mir auch noch weh!
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Ich frage mich dabei, wie es im ungünstigen Falle in der Realität aussehen wird. Wenn sogenannte erfolgreich therapierte Problemhunde, sich dann doch nicht so mustergültig verhalten, wie es nach abgeschlossener Schulung/Therapie den Anschein hatte? Wie sieht es im Ernstfall aus? Ist den “Warum eigentlich nicht”-Betreibern dieser Hundeschulen auch bewusst, welches Risiko sie eingehen? Oder anders gefragt: „Tragen sie dann auch die Verantwortung mit ?“ Mir sind mittlerweile die tollsten Tips, von Betreibern von Hundeschulen an Hilfesuchende, zu Ohren gekommen. Nur ein Beispiel: “Wenn Besuch kommt, sperren sie ihren Hund weg!“ Ich finde das wirklich unmöglich. Der damit gemeinte Hund ist alles andere als problematisch, zeigt ein sehr gutes Sozialverhalten gegenüber Kindern, Erwachsenen und Artgenossen. Aber der Besitzerin wurde ständig suggeriert, dass er ja mal ein Problemhund werden könnte! In meinen Augen sind „Kynologen“ Personen wie Erik Ziemen, Eberhard Trumler, Dorit-Feddersen-Petersen, Heinz Weidt/Dina Berlowitz, (um hier ein paar zu nennen), aber nicht Ausbilder, die mit ihren Hunden die VPG Prüfung erreicht haben oder darauf hin arbeiten und sich aufgrund dessen berufen fühlen, an Problemhunden herumzudoktern und sich für Experten halten. Ja ich weiss... da gibt es auch noch Bloch, Schlegel, Rugaas und Co. So kenne ich eine Dame aus Pfungstadt mit der ich noch vor knapp 6 Jahren gemeinsam "gassi" ging und die mir damals Löcher in den Bauch fragte (alles rund um den Hund). Vor ca. 5 Jahren, also bereits 1 Jahr später eröffnete sie dann eine Hundeschule ! Ein Blitzbesuch in den Staaten zum "Wolfing" und das nötige "know how" war anscheinend vorhanden. Ich wurde Zeuge wie sie arbeitete, denn sie traf sich mit den "Schülern" und deren Besitzern mal da, mal dort. Dagegen ist nichts einzuwenden. Aber ich versuche heute noch zu eruieren, wieso der Mischlingshund mit zwei Halsbändern und einem Halti also an insgesamt drei Leinen von "Ausbilderin" und Besitzerin geführt wurde, der Hund in der Mitte.
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Ich finde es ebenso unmöglich, dass viele Hundeschulen/Verhaltenstherapeuten oder wie immer sie sich nennen mögen, meist schon beim Vorgespräch, fleißig abkassieren. Ich meine das erste gegenseitige "Beschnuppern" sollte gratis sein! Da gibt es eine Seite im www, welche das große Geld (bis zu 4000,-- im Monat, freiberuflich) verspricht. „Machen Sie ihr Hobby zum Beruf“! Außerdem wird auf eine „weltweit einzigartige Erziehungsmethode“ hingewiesen. „Ohne Erziehungshilfen und ohne Motivation” (Leckerli, Spiel usw.) Auf dieser Seite hat man die Möglichkeit 4 kleine Videos anzusehen. In wenigen Sekunden sieht man dort, wie die einzelnen Hunde „brav“ nebenher traben. Allerdings sieht man bei näherer Betrachtung auch, dass die Hunde fast ein Meideverhalten, sowie dadurch bedingte Konfliktreaktionen zeigen. (züngeln, gähnen usw). Ja...klar...Natürlich klappt es auch ohne Erziehungshilfen und ohne Motivation, es muss halt nur sehr unangenehm sein oder weh tun! Aber nun genug geschimpft! Hier mein Aufruf an alle:* Haben Sie genug Hundebücher gelesen?, Haben Sie mehrere Jahre Hundeerfahrung oder gar Prüfungen mit Ihrem Hund absolviert? Waren sie auch schon mal auf diversen Seminaren? Wenn Sie dies alles mit „ja„ beantworten können....dann aber los...fix ...eröffnen sie ihre „Mobile Hundeschule“ Wer weiss, wie lange der Zug noch fährt ! ;-) Und der Euro muss doch rollen! *Ironie aus
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Fazit:
Es stünde den derzeitigen "Kynologen", Tierärzten, Ethologen usw. gut zu Gesicht, wenn sie mal ihre Eitelkeiten hinten anstellen, sich an einen Tisch setzen und gemeinsam eine- nach neusten Kenntnissen der Verhaltensforschung - klare Linie erarbeiten und zwar pro Hund und nicht pro Euro. Und nur nach diesen gemeinsamen und einheitlichen Gesichtspunkten sollten interessierte Personen ausgebildet und anschließend nach abgenommener Prüfung, auf Otto Normalverbraucher als Trainer losgelassen werden.
Es muss endlich mal Schluss sein mit der Diskussion um Hardliner- und Wattebällchenwerfer-Methoden, die den Laien überhaupt nicht weiterhelfen, sondern ihn nur verunsichern.
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Hundeplatz/Übungsleiter
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Leider ist auch in Vereinen oft ein ähnliches Dilemma wie in Hundeschulen zu beobachten.
Evtl. spricht aber für den Verein, dass bei problematischen Hunden nicht ein Lieschen Müller entscheidet, wie vorgegangen wird, sondern mehrere Personen (Übungsleiter) Lösungsansätze diskutieren (können) und vielleicht auf einen, hoffentlich vernünftigen, gemeinsamen Nenner kommen.
Es ist allerdings schon enorm, wie schnell man auf einzelnen Übungsplätzen "Übungsleiter/wart” werden kann!
Beispiel:
Vor etlichen Jahren in einem Verein für Hundefreunde wurde eine Frau, die ihren ersten Hund führte, innerhalb von 8 Monaten Übungsleiterin! Ihr eigener Hund hatte, da erst 10 Monate alt, noch nicht mal die BH-Prüfung. Und dieser Hund war ihr erster Hund. Die vielen Fehler bzw. falschen Tips, die diese Frau anderen Hundeführern vermittelte, kann ich hier gar nicht aufzählen.
Und wie kann ein Übungsleiter, selbst wenn er dann die BH-Prüfung absolviert hat, einem HF, der auf die VPG 3 hinarbeitet, adäquate Hilfestellung geben? Auch hier meine Frage nach der Qualifikation! Schön, wenn der Verein seinen Leuten wenigstens 2 Seminare an zwei Wochenenden bezahlt um den Übungsleiterschein zu erwerben. Aber... nicht mal das ist die Regel und sicherlich auch nicht ausreichend!
Da in Vereinen aber ehrenamtlich gearbeitet wird, und die Hundefreunde sich nicht gleichzeitig bereichern, kann man diese nicht mit Hundeschulen vergleichen.
Natürlich gibt es immer noch jede Menge antiquiert arbeitende Vereine, aber solche Steinzeit-Methoden konnte man auch schon via VOX in der Hundeschule bei Herrn O. “bewundern”!
Schauen Sie sich mehrere Übungsstunden unter verschiedenen Übungsleitern an. Am besten an verschiedenen Tagen und zu unterschiedlichen Zeiten.
Sehr schnell kann man anhand des Umgangstones und der Motivation der Hunde, (laufen sie freudig oder gelangweilt und frustriert nebenher) erkennen, wohin man da geraten ist!
Drum prüfe, wer sich ewig bindet.......!
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Welpenspielstunden
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Die liegen mir besonders schwer im Magen!
Es ist oft schlicht gesagt eine Tragödie was sich auf vielen Hundeplätzen oder Hundeschulen in der “Welpenspielstunde” abspielt. Zu große, überfüllte Gruppen, unqualifizierte Übungsleiter, inhomogene Gruppen (Alter und Passung stimmen nicht) uvm.
Immer noch sind die meisten Welpengruppen viel zu groß, (Rekordverdächtig erscheint mir die „Spielstunde“ bei einem VdH mit 24 Welpen !). und Gewicht und/oder Alter stehen oft in einem absoluten Missverhältnis. So habe ich vor ein paar Jahren miterlebt, wie ein fast vier Monate alter Landseerrüde eine zehn Wochen alte Pudelhündin über den Haufen rannte. Die Kleine hatte sich dabei den rechten Hinterlauf ausgekugelt! Ich beobachte außerdem immer wieder, dass die "Übungsleiter" einer solchen Welpenspielstunde die Besitzer überreden wollen, den Welpen durch den Tunnel zu schicken oder auch durch einen Reifen springen zu lassen. Springen sollte ein Welpe nur freiwillig und warum muss so ein Baby unbedingt durch den Tunnel ? O-Ton Übungsleiterin: "Sie locken vorne, ich schieb ihn von hinten!
Aus Neugier wird ein Welpe irgendwann von alleine durch den Tunnel gehen und sei es nur bei einer Verfolgungsjagd mit einem anderen Welpen. Ebenso geradezu blöd finde ich es, wenn nebenan auf dem großen Übungsplatz bei den "Fortgeschrittenen" geschossen wird, da nicht auszuschließen ist, das just in dem Moment, wo der Schuss fällt, ein Welpe sich gerade irgendwie beim spielen stößt o.ä. Folge: Schuss tut weh! Aber... es kommt oft noch schlimmer. Nicht selten werden da etwas ängstliche Welpen, von „selbstbewussten kleinen „Rambo’s“ gemobbt bzw. untergebuttert. Und die Verantwortlichen solcher Gruppen meinen dann: „Das macht nichts...die müssen da durch“!
Ich meine so eine Welpengruppe sollte in erster Linie der Bindung zum Besitzer dienen, und nur höchst sparsam sollten auch Gegenstände und Geräusche mit einbezogen werden. Sehr förderlich finde ich es, wenn Kinder unter Anleitung mit den Welpen umgehen.
Aber wie sieht es häufig aus....?
Da wird gerasselt, getrötet, Strohpuppen fallen durch die Gegend, Säcke mit Blechbüchsen werden geworfen. Den Besitzern wird demonstriert, wie man seinen Hund maßregelt, indem man (ÜL) diesen im Genick packt und kräftig schüttelt..... usw. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.
Ich frage mich, was das alles soll. Warum kann man nicht mal auf Aktivitäten in so einer Welpen“spielstunde“ verzichten? Muss immer irgendeine Aktion vollzogen werden? O-Ton: „Heute rufen wir aus dem Spiel ab!“ (Dabei hatte sich gerade ein sehr zurückhaltender Welpe zur vorsichtigen Kontaktaufnahme entschlossen.)
Ich finde da Welpenprägetage nach Weidt/Berlowitz viel vernünftiger!
Hier nun einige, meiner Meinung nach, wichtigen Punkte, auf die geachtet werden sollte. (Ohne Anspruch auf Vollständigkeit!)
Die Halsbänder sollten ausgezogen werden!
Die Gruppen dürfen nicht zu groß sein!
Kinder sollten willkommen sein! (Hier muss allerdings darauf geachtet werden, dass die Kinder unter Aufsicht angeleitet werden!)
Die Passung muß stimmen. Das bedeutet, die Welpen sollten in ihrem biologischen Alter ähnlich sein. (Spätentwickler können durchaus auch mit "frühreifen" Welpen in einer Gruppe zusammen gebracht werden.
Auf große Gewichtsunterschiede achten
Der "Übungsleiter" sollte nicht diktieren, wann ein Welpe was machen muß! Er muß nicht durch den Tunnel gehen oder sonstige, ihm unbekannte Dinge sofort erkunden. Und er muss sich auch nicht sofort von jedermann anfassen lassen. (Auf selbständige, vom Welpen ausgehende,Kontaktaufnahme achten!)
Es sollen keine "Unterordnungsstunden" sein. Der Welpe soll sich frei entfalten und muss noch keine Kommandos ausführen
Nur im Ausnahmefall sollte erzieherisch und/oder animierend eingegriffen werden
Keine Reizüberflutung! (Zu viele akustische und optische Reize gleichzeitig belasten den Welpen und überfordern ihn!
Auch Ortswechsel (Ausflug zu einem See oder in den Ort) sind wichtig!
Auf das Ruhebedürfnis ist zu achten!. (Wenn ein Welpe sich zurückzieht, weil er vom toben müde ist, sollte er nicht zum weiterspielen animiert werden.)
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Verhalten von Hundebesitzern und daraus resultierende Reaktionen beim Hund
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Hin und wieder treffe ich auf "frischgebackene" Welpen/Hundebesitzer und einige erzählen mir von ihren Problemen mit dem Hund. Der eine meint, sein Hund sei ("ohne Grund!") schussscheu, ein anderer berichtet sein Hund hätte Angst bei Gewitter ("ohne Grund!"), der nächste meint sein Hund würde fremden Personen gegenüber sehr unsicher reagieren. ("Einfach so, is nie was gewesen!")
Oft ist dies aber meiner Meinung nach auf das Fehlverhalten des Besitzers zurückzuführen.
Ich habe mir mal ein paar fiktive Beispiele von Ursache u. Wirkung ausgedacht. Meine dabei etwas freie Interpretation möge man mir “verzeihen”.
Bsp. 1
Ein Welpe kommt im Alter von acht Wochen zu seinem neuen Besitzer. Dieser, ganz stolz, fährt mit dem Auto von Pontius zu Pilatus um aller Welt den niedlichen Kerl zu präsentieren. Gleich am ersten Tag geht es zum Reitstall. Hier leben zwei "Hofhunde", ein Rüde und eine Hündin. Die beiden jagen den Kleinen mal ebenso zum "Spaß" (Hündinnen haben fremde Welpen oft zum "fressen gern"!). Der "Kleine" donnert in Panik gegen den Zaun und tut sich dabei auch noch weh. Hinter dem Zaun stehen ein paar Pferde die just in dem Moment aufgeschreckt losrennen. ....("Is ja nix passiert !?").
Auf dem Heimweg fällt dem Besitzer eben noch ein, dass Tante Lotti Geburtstag hat. Die Feier ist in vollem Gange und ganz nüchtern sind die Gäste auch nicht mehr. Das Haus ist voll und laut. Die Verwandtschaft hat die "lieben Kleinen" mitgebracht und die finden den Welpen ganz "knuffelig". Anfangs findet der Kleine die Kinder auch ganz toll und tobt mit. Doch irgendwann hat der Welpe genug und will seine Ruhe. Die bekommt er aber nicht. Auch meint die gesamte Verwandtschaft den Welpen pausenlos streicheln zu müssen und dies immer schön über den Kopf und auch gegen seinen Willen. Er wird ständig hochgenommen und "geherzt" und kann sich so gar nicht entziehen.
Dann, es ist schon spät am Abend, ist man zu Hause angekommen. Der Welpe wird gefüttert, es wird ihm ein "schöner, weicher Schlafplatz" hergerichtet ,allerdings in der Küche oder im Bad ("Wegen des Teppichbodens und man will ihn ja auch nicht verweichlichen!") und man begibt sich zur Nachtruhe. Diese wird allerdings erheblich gestört, denn der Welpe macht einen mords Radau. Am nächsten Tag, die Nacht war nur sehr kurz, liegt der Kleine beim Frühstück unterm Tisch ...("Na also, es geht doch"!).. hat sich ganz zufrieden eingerollt und schläft. Doch heute ist Sonntag und außerdem Übungsstunde. Man will seien neuen "Racker" ja vorstellen. Also ab ins Auto und los. Der Welpe ist jedoch todmüde, hat er doch die ganze Nacht kaum geschlafen. Auf dem Hundeplatz mag der Kleine sich nicht mehr anfassen lassen und verkriecht sich. Eine Bemerkung vom "Vereinskamerad",...."das ist aber ein "Schisser!"... und dem Besitzer geht die "Kinnlade" runter. Er zweifelt an dem Welpen, vielleicht ist er ja "wesensmäßig" nicht so ganz in Ordnung !
Also wird nachmittags eine "Hundeexpertin" zu Rate gezogen. Diese kommt auch prompt, legt sich halb auf den Boden und versucht den Welpen fast eine Stunde hinter der Couch hervorzulocken. Doch der Welpe verkrümelt sich nur noch mehr. Schließlich kommt sie dann zu der Erkenntnis, dass irgendwas mit dem Welpen bei der Züchterin schief gelaufen ist und erzählt etwas von "Prägephase,....und überhaupt.....!"
Dazu: Der Welpe wäre wohl besser bei den Züchtern geblieben, denn die neuen Besitzer haben so ziemlich alles falsch gemacht. (Leider kann ein Züchter sich nicht immer darauf verlassen, was ihm der Welpenkäufer so erzählt, frei nach dem Motto: "Wir hatten schon mal einen Hund!").
Der Welpe wird das Erlebnis im Reitstall und den damit verbundenen Schreck und die Schmerzen evtl künftig mit Pferden in Verbindung bringen. Fehlverknüpfung! (Pferde machen Aua!). Auch ist es für einen Welpen absolut schrecklich isoliert bzw. ausgesperrt zu werden. Er vermisst ohnehin Mutter und Geschwister und hat, allein gelassen, Angstzustände! Auch fordert eine permanente Reizüberflutung ihren Tribut. Zum einen sollte man einen Welpen, die ersten Tage zumindest, an sich und die engsten Familienmitglieder gewöhnen. Wie soll sonst möglichst schnell eine Bindung zum neuen Besitzer stattfinden? Nur ein Hund mit klarer Linie (..hier gehöre ich hin, das ist mein "neues" Rudel) kann sich zu einem selbstbewussten Hund entwickeln. Die vielen neuen Eindrücke müssen verarbeitet werden. Dies tut ein Welpe genau wie ein kleines Kind im Schlaf. Daher sollte man auf ungestörten Schlaf achten.
Zum anderen sollten fremde Personen den Hund nicht unentwegt bedrängen und streicheln, erst recht nicht über den Kopf (Dominanzgeste!). Das Neugierverhalten eines gesunden Welpen lässt ihn früher oder später von selbst die fremden Personen untersuchen. (Kontaktaufnahme!) Ihn stundenlang zu locken, in die Hocke gehen, vielleicht noch mit dem Fingern schnippen, verunsichert ihn unter Umständen nur. Warum liegt da jemand halb auf dem Boden und bedrängt mich ? Merkwürdig ! Sehr verdächtig ! (Man verzeihe mir meine etwas freie Interpretation, aber so ungefähr mag es wohl ein Welpe sehen bzw. verstehen.) Auch sollte man einen Welpen nicht ständig von A nach B heben bzw. tragen, sondern ihn selbstständig den Weg von A nach B erkunden lassen. (Er hat vier gesunde Beine!)
Bsp. 2
Ein Gewitter naht !
Hastig werden die Fenster geschlossen, verschiedene Rolläden eilig heruntergelassen, noch schnell die Wäsche hereingeholt und das "Erbstück" von Opa Hugo, die empfindliche Pflanze, schnell ins trockene gebracht. Die ganze Familie steht nun versammelt am Fenster um das Spektakel zu beobachten (Einfach so vorm Fenster rumstehen tun die sonst nie!). Und was macht der Hund ? Er reagiert auf die Hektik und kommt schließlich zu dem Schluss, dass das Gewitter etwas ganz besonderes ist. Ein heftiges Donnern, klein Lena quietscht auf: "Uih!", und der Hund ist hinter der Couch verschwunden!
Dazu: Würden die Besitzer sich "stocktaub" und "blind" stellen, einfach gelassen bleiben, würde sich wahrscheinlich auch der Hund dementsprechend verhalten und ruhig bleiben (Bei vielen Hunden tritt erst im Alter, meist ohne für uns erkennbaren Grund, Gewitterangst auf). Bei einer regelrechten Panik sollte der Hund allerdings von wirklich kompetenter Person therapiert werden. (Desensibilisierung)
Bsp. 3
Übungsplatz
Es soll zum ersten mal auf dem Übungsplatz bei den Junghunden geschossen werden. Frau "Y" nimmt die Leine kürzer (Man weiß ja nie !) und fängt urplötzlich an, ihren Hund zu streicheln und redet "beruhigend" auf ihn ein... ("Is ja gut, passiert ja nix" !) usw.
Dazu: Die Besitzerin hat , durch das "gut gemeinte" Gerede und Gekraule, in Verbindung mit Leine straffen, ihren Hund überhaupt erst auf den Schuss aufmerksam gemacht. Irgendwas ist nicht in Ordnung! Warum stellt sich mein "Boss" so an ? Der Hund ist erst durch ihre Reaktionen nun leicht verunsichert und wird durch das Gekraule noch bestärkt und bestätigt! Auch in einer solchen Situation wäre es klug sich einfach "stocktaub" zu stellen und keine Reaktion zu zeigen, auch nicht im Vorfeld.
Bsp. 4
Ausstellungen
Herr "X" stellt seinen "Racker" zum ersten Mal in der Jugendklasse aus. Der Hund ist aufgrund der Situation, Halle, Gerüche, die vielen anderen Hunde, Nervosität des Besitzers usw., selbst total aufgedreht und führt sich mächtig auf. Dem Besitzer ist das sehr peinlich, verhalten sich die anderen Hunde doch vorbildlich! Er reagiert nun etwas ungehalten ("Auf dem Übungsplatz ist er doch auch immer ganz brav......!"). Herr "X" total genervt gibt "Racker" ein paar Anweisungen: "Racker brav!, Pfui is das!, Hör jetzt auf!, Schluss jetzt!, Wirst du wohl!, Sitz jetzt!, Bei Fuß!, Aus jetzt, Lass das ! usw, usw. ....) Dann, endlich ist man dran. Doch "Racker" spitzt nun nicht mehr die Ohren (Das kann er doch sonst so schön!) und klemmt die Rute. Und Herr "X" um seinen Hund zu "trösten" (Wofür eigentlich ? ) krault und klopft und krault. Racker gähnt, kratzt sich hinterm Ohr usw.
Dazu: Auch hier wird "Racker`s" Unlustgefühl, da er ja klemmt und dabei aber gestreichelt wird, bestätigt und sein Unwohlfühlen noch verstärkt. Man sollte immer auf "Übersprungshandlungen" (situationsbedingte Konfliktreaktionen) achten, als da wären: Häufiges Gähnen, Züngeln, Ohren kratzen (Es sind nicht immer Milben oder Flöhe daran schuld), Lefzen aufplustern etc. Um den Hund aus dem Konflikt herauszuholen genügt meist ein leichtes in die Händeklatschen o.ä., also ein aufmuntern, so als wollte man mit ihm spielen. Kurz gesagt, man sollte versuchen ihn abzulenken. (Dabei fällt mir immer ein Ausbildungsvideo von einem bekannten "Hundekenner", gleichzeitig Autor von Fachbüchern, ein, dessen junger Deutscher Schäferhund “Saandroo," ständig gähnt und gähnt und gähnt!) Ich bin mir sicher, dass dieser Herr heute noch der Meinung ist, sein Hund wäre während der Dreharbeiten nur sehr müde gewesen! Mir kam der Hund aber überfordert vor.
Und zu viele unterschiedliche Kommandos in einer Reihenfolge kurz hintereinander ergeben für den Hund keinen Sinn. Erst recht keine ganzen Sätze. (Wann soll ich nun eigentlich was und wie?) Nur wenn wir selbst ruhig und gelassen bleiben, kann es auch unser Hund sein.
Bsp. 5
Übungsplatz !
Ein Hund springt vor der Hürde falsch ab und stößt sich leicht an und hinkt. (Er lebt aber noch !). Und was macht der Besitzer. Bricht alles ab, rennt zu seinem Hund, untersucht, tätschelt, tröstet usw. Nun hinkt der Hund wahrscheinlich noch mehr.
Dazu: Der Hund hat wieder mal auf das "Gedöns" reagiert und wird nun evtl. künftig sogar versuchen dieses Hindernis zu meiden. Kleiner Anlass, große Wirkung. In einer solchen Situation wäre es vernünftiger kurz zu beobachten und gegebenenfalls einfach noch kurz weiterzumachen und so zu tun als wäre gar nichts geschehen (Dies gilt natürlich nicht für ernsthafte Verletzungen!).
Fazit: Ein Hund reagiert in erster Linie auf seinen Besitzer. Bleibt dieser ruhig und gelassen dann wird auch sein Hund meist unbefangen bleiben. Man kann aber, auch bei scheinbar kleinen Problemen, denn diese können leicht größer werden, mal seinen Züchter fragen, auch wenn der Hund kein Welpe mehr ist. Anmerkung: Hundebesitzer, die schon im Voraus ahnen bzw. kommen sehen, wie ihr Hund gleich reagieren wird, brauchen sich nicht zu wundern, dass diese sensiblen Tiere auf die Gefühlsregungen und Unsicherheiten „ihrer Menschen“ auch tatsächlich genau so, also wie diese es erwarten, reagieren.
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Von mir veröffentlichter Artikel, geschrieben für ein Erziehungs- und Ausbildungsseminar/Welpenkurs Juli 2002 (ca.- Angaben, da sich die Kynologen/Verhaltensforscher nicht ganz einig sind ! (siehe auch Welpentests )
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Entwicklungsphasen der Welpen
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Die einzelnen Phasen gehen fließend ineinander über, so dass eine exakte Bestimmung beim einzelnen Hund nicht genau möglich ist. Daher sind auch Schwankungen nicht auszuschließen.
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Prägephase
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3. - 7. Lebenswoche
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Erkennen der Umwelt (Mutter, Geschwister, andere Menschen, Geräusche, Objekte usw.)
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Sozialisierungsphase
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7. - 16 Lebenswoche
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Zeitpunkt, ab dem ein Rüde spielerisch die Erziehung der Welpen im Rudel übernimmt (dies ist nun Sache des neuen Besitzers, er ersetzt den Rüden).
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Rangordnungsphase
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12. - 16. Lebenswoche
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Hier werden die Weichen endgültig gestellt, d.h, wenn im Vorfeld der Welpe artgerecht geprägt und sozialisiert wurde, wird er das neue Mensch-Hund-Gefüge akzeptieren.
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Rudelordnungsphase/ zweite Jugendstufe
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ab der 17. Lebenswoche
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ca. ab dem 5. Lebensmonat ist der Junghund oft seelisch instabil und reagiert auf Veränderungen der Umgebung unter Umständen verstört. Dinge, die vorher einfach mißachtet wurden, werden nun genauer begutachtet und der Junghund erschreckt sich eventuell davor. *
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*Wenn möglich während dieser Zeit nicht aus dem Rudel heraus in ein neues Zuhause nehmen und nach Möglichkeit keine Trennung oder in den Urlaub fahren.
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Die Bindung zwischen Sozialpartner Mensch und Welpe
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Neugierverhalten / Kontaktaufnahme
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Ein Welpe sollte die ersten 3 Tage Zeit bekommen um seine neue Umgebung zu erkunden und eine Bindung zum Besitzer herzustellen. Danach können auch fremde Personen oder Hunde mit einbezogen werden. Allerdings ist nicht jeder Welpe von Geburt an ein "Allerweltshund". Das heißt, der eine Welpe wird evtl. sehr schnell Kontakt aufnehmen, während der andere sich erstmal zurück zieht und mehr Zeit braucht. Das Neugierverhalten eines gesunden und gut geprägten Welpen läßt ihn früher oder später von selbst die fremden Personen oder Hunde untersuchen. (Kontaktaufnahme). Ihn stundenlang zu locken, in die Hocke gehen, vielleicht noch mit dem Fingern schnippen, verunsichert ihn unter Umständen nur. Warum liegt da jemand halb auf dem Boden und bedrängt mich ? Merkwürdig ! Sehr verdächtig! Auch das "viel gepriesene" Hand vor die Nase halten um den Hund schnuppern zu lassen kann das Gegenteil hervorrufen und den Welpen verunsichern.
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Wer ist hier der Boss?
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Hunde sind zum einen Opportunisten und zum anderen neigen einige dazu, sich innerhalb des Rudels zu expandieren. Aber wirklich dominante Tiere sind eher selten und nur sie benötigen Demonstrationen der „Macht“, z.B. in Form von Futtergaben, nach Kommando, also nur, wenn sie tatsächlich den Rang in Frage stellen. Wichtig ist eine konsequente Erziehung! Mit Kommandos, die durch positives Training erreicht und gefestigt sein sollten.
Und eine Erziehung mit Ruhe! Unter Hundeartigen wird nicht laut gebrüllt, sondern Souveränität durch ruhiges Verhalten demonstriert, im Gegensatz zu den Primaten, wo gerne gebrüllt wird. Der Alpha in einem Rudel zeichnet sich nicht durch gesteigerte Aggression aus.
Manche Hundehalter meinen, sie müssen ihren Hunden ständig zeigen, wer der Boss ist. Aber warum? Ich brauche meinen Hunden nicht täglich zu zeigen, dass ich über ihnen stehe, solange sie meine Autorität nicht in Frage stellen.
Es kann nur derjenige "Chef" sein, welcher seinem Hund verständlich also "hundgerecht" führt bzw. leitet. Nicht mit Strafe und Härte, sondern mit liebevoller Konsequenz und Geduld wird ein Welpe akzeptieren und verstehen, wer künftig das Sagen hat. Nicht nachvollziehbare Strafen verunsichern.
Zum einen sollte schon beim Welpen während des gemeinsamen Spieles die Beißhemmung trainiert, sowie Anfang und Ende des Spiels vom Besitzer bestimmt werden. Nur erwünschtes (erziehungsorientiertes ) Verhalten sollte belohnt werden! Völlig fehl am Platze ist es allerdings einen Welpen, ohne für ihn ersichtlichen Grund, einfach mal eben, damit er "lernt sich zu unterwerfen“, auf den Rücken zu werfen. Leider wird das immer noch häufig propagiert.
Hunde sind "Pedanten" und nur durch eine klare Linie werden sie sich in ihrem neuen Rudel ohne Probleme einordnen und an dem "Chef" und einem Leben in der neuen Gemeinschaft orientieren. Und nur so werden sie auch später problemlos ihren "untergeordneten" Rang akzeptieren. Vieles kann ritualisiert werden, um so dem Hund Sicherheit zu vermitteln. Fatal ist es, wenn ich einmal etwas bestimmtes erlaube und das gleiche beim nächsten mal verbiete.
Wenn wir den Welpen von klein auf alles bedingungslos gewähren lassen, so wird er vielleicht später als erwachsener Hund tatsächlich zu dem Entschluss kommen, im "Rudel" für Ordnung sorgen zu müssen und versuchen, uns unseren Rang streitig zu machen. Nur klare Regeln geben ihm die notwendige Sicherheit.
Beispiele:
Der Welpe wird bei einem Spiel etwas "heftig" und beißt fester zu! Ihn zu schütteln (eine Mutterhündin schüttelt nicht zur Bestrafung) oder gar zu schlagen, wird er nicht verstehen! Das Spiel abbrechen ist "Strafe" genug und er wird dabei lernen künftig etwas vorsichtiger "zuzubeißen".
Der Welpe knabbert an dem teueren Berberteppich herum. Er erkundet alles mit den Zähnen. Wird nun laut gebrüllt , erschrecken wir den Welpen. Er zeigt vielleicht noch seine Unterwürfigkeit, indem er ein "Bächlein" sprudeln lässt! Beschwichtigungssignal ! Hier sollte man den Welpen mit einem lang gezogenen "Neeein" vom teuren Teppich ablenken und ihm ein "Ersatzspielzeug" anbieten. Situationswechsel !
Positive Bestärkung der gewünschten Verhaltensweisen und negatives bzw. unerwünschtes Verhalten ignorieren. Dabei auch die Signale des Hundes beachten.
Das bedeutet zum Beispiel: Wenn er auf unseren Ruf hin reagiert und sofort kommt oder wenn er uns sein Spielzeug bringt, oder mit fortgeschrittenem Alter kleine "Kommandos" ausführt, usw. Belohnen bei erwünschtem Verhalten! Springt der Welpe an uns hoch, drehen wir uns weg und ignorieren ihn. Auch wenn es eine Weile dauert - er wird es lernen. Niemals darf es aber zu einem körperlichen Zweikampf zwischen Mensch und Hund kommen. Spätestens wenn Hund zubeißt und der Mensch, und sei es nur aus Schreck zurückzuckt, beweist er seine Niederlage, was den Verlusst der Autorität zur Folge haben würde.
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Wo komme ich her, wo gehe ich hin?!
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Welpen erkunden erstmals ihre Umgebung außerhalb des Lagers/Höhle ab dem Alter von ca. drei Wochen. Dies allerdings nur um das Nest nicht zu beschmutzen und auch nur wenige Schritte. Mit zunehmendem Alter erweitert sich der Radius und die Entfernung wird größer. Aber der Welpe "weiß" (kennt) den Weg den er zurückgelegt hat, d. h. er hat ihn sich selbst erarbeitet !
Beim Züchter hat er bis zur achten Lebenswoche "seine" Welt, dass Welpengehege, erkundet. Doch wie sieht es aus, wenn er in seinem neuen Zuhause angekommen ist? Er wird oft von A nach B getragen. Auch das verunsichert! Anfangs ist die Wohnung und ein kleiner Garten mehr als genug, und erst wenn der Welpe sich hier sicher und frei bewegt, sollte man mit ihm erste Ausflüge unternehmen. Das heißt aber nicht eine Stunde Auto fahren, und dann auf freiem Feld, ihn sich selbst überlassen, oder gar einen Spaziergang mit Welpen auf dem Arm zu unternehmen. Ein paar Minuten mit dem Auto zur nächsten Wiese fahren, oder gegebenenfalls direkt ab Haustür, den Welpen selbständig die Welt entdecken lassen. Und auch nur soweit, wie der Welpe von sich aus gehen möchte. Er wird dem neuen "Chef" sowieso folgen und nicht weglaufen. Er hat ja sonst niemanden. Mit dem Welpen spielen, sich beschäftigen genügt anfangs durchaus. Man bedenke das Welpen/Junghunde in einem Wolfsrudel erst ab ca. 5 - 6 Monaten mit auf Jagd gehen und sich erst dann weit weg vom Revier entfernen.
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Bedrohlich wirkendes Verhalten - vom Menschen ausgehend
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Über den Kopf streicheln! Fremde Personen bitten, den Hund seitlich am Hals oder im Schulterbereich zu kraulen!
Über den Welpen beugen! Darauf achten, daß Fremdpersonen sich nicht über den Welpen beugen, sondern evtl. in die Hocke gehen. Dabei aber nicht mit ausgestrecktem Arm und "Schnalzlauten" locken!
Fixieren! Absolute Bedrohung! Oder aber auch Herausforderung!
Knurrende Laute! Fremdpersonen bitten, keine Laute die dem knurren ähneln, von sich zu geben, auch wenn sie absolut spielerisch gemeint sind. Welpen können das leicht mißverstehen und als Bedrohung auffassen
Über den Fang greifen - diziplinierende Geste !
Frontal auf den Hund zulaufen !
Hund umarmen
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Drohgesten und / oder Imponiergehabe - ausgehend von Artgenossen
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-aufrechte Ohren und Rutenhaltung und/odergleichzeitiges knurren und Zähne fletschen (Offensiv drohen)
-fixieren
-optisch, sich durch gesträubtes Fell größer machen (immer situativ betrachten, da auch unsichere Hunde die “Bürste” stellen
-durchgedrücktes, steifbeiniges laufen -(Imponiergehabe)
-über den Fang beißen
- aufreiten
- über den anderen beugen, Kopf auf den Rücken legen
Die Sozialisierung bei der Mutter und den Geschwistern hat den Welpen "lernen" lassen, wie er sich bei bestimmten Situationen am "klügsten" verhält. Das ist ihm in Fleisch und Blut übergegangen und er weiß was bei Kontakt mit fremden Artgenossen zu tun ist. Die Natur hat ihn mit einer Reihe von Beschwichtigungsgesten, (nicht nur Ohren anlegen und Rute einklemmen) ausgestattet, sondern auch Schnauze stoßen bzw. lecken, unterwürfiges "Grinsen" (Zähne blecken) mit angelegten Ohren ,auf den Rücken legen, evtl. dabei noch Pfützchen machen usw. Diese Signale werden von jedem anderen "normal" sozialisierten Hund verstanden. Daher braucht man den Welpen auch nicht hochnehmen oder gar herum schreien, wenn ein Artgenosse sich nähert. Bei fremden Hündinnen sollte allerdings nachgefragt werden, wie diese sich gegenüber fremden Welpen verhalten. Rüden sind normalerweise freundlich gegenüber Welpen oder einfach desinteressiert. Laut schreien verängstigt den Welpen oder macht ihn wenn er älter ist evtl. sogar stark. Sie "schimpfen" er "brüllt" mit!
Auf Ohren- und Rutenhaltung achten. Nicht immer ist bei spielerischen Auseinandersetzungen von Welpen auf Anhieb zu erkennen, wer nun der stärkere/selbstbewußtere ist. Es ist oft zu beobachten, daß der scheinbar dominantere, der über dem anderen steht, zwar auf den ersten Blick als der stärkere erscheint, aber dabei einige Gesten zeigt (sogenannte Übersprungshandlungen), die auf einen Konflikt hindeuten. So kann man beobachten, dass der eine zwar "unterliegt", aber dabei völlig gelassen ist und der über ihm stehende sich beispielsweise ständig über dieSchnauze leckt (züngeln)= Übersprungshandlung hervorgerufen durch eine Konfliktsituation.
Bei Welpenraufereien nicht eingreifen solange die Passung = Alter/Größe/Gewicht in etwa gleich ist!
Allerdings sollte verhindert werden, dass die Welpen permanent „gemobbt“ werden.
Bei erwachsen Hunden kann man versuchen zu „splitten“, (zwischen die Hunde gehen), um eine ernsthafte Konfrontation zu vermeiden.
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Konfliktreaktionen - Übersprungshandlungen
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Konfliktreaktionen:
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züngeln, (sich über die Schnauze lecken) hinter dem Ohr kratzen ständiges gähnen, (abgesehen von Müdigkeit nach längerem Wachsein)
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Übersprungshandlungen/ Ersatzhandlungen:
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In Objekte beißen - ohne vorherige Motivation, mit den Zähnen klappern und / oder speicheln, plötzlich und ausgiebiges Gras fressen (meist bei Begegnungen mit anderen Hunden, wenn er verunsichert ist = “Interesselosigkeit heucheln” plötzliches Bellen, ohne ersichtlichen Grund, Gegenstände, welche ohne Bedeutung sind (Mauer, Baum etc.) anbellen usw.
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Den Welpen durch einen Situationswechsel, z.B. Ablenkung durch spielen, aus dem Konflikt herausholen!
Auch auf Beschwichtigungssignale achten! Nicht jeder Hund/Welpe der die Zähne zeigt droht oder ist aggressiv. Das sogenannte "grinsen" ist eine rein freundliche, beschwichtigende Geste. Leider ist immer wieder zu beobachten, das dieses Signal falsch gedeutet wird! Der "grinsende" Hund wird ausgeschimpft, da er ja die Zähne "fletscht".
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Worauf beim spielen geachtet werden sollte
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Es gibt kaum etwas schöneres für Welpen, als mit Artgenossen oder dem Sozialpartner Mensch ausgelassen zu spielen. Dabei gibt es unterschiedliche Arten mit dem Welpen zu spielen.
Beutespiele: Alte Säcke, Handtücher, Taustücke, Klopapierrollen o.ä. sind dafür geeignet. Dabei aber nicht den Zahnwechsel mit ca. 4 Monaten vergessen.
Bei allen Spielen, auch mit Beute, auf Körperkontakt achten, z.B. bei einem Gerangel auf dem Boden, den Hund dabei überall mal berühren. Um so alberner es für andere Menschen aussieht um so besser für den Welpen! Übrigens: Bei Beutespielen soll der Welpe ruhig gewinnen dürfen, dass macht ihn stolz und stärkt sein Selbstbewusstsein!
Körperkontaktspiele: Ein leichtes "schubsen" mit der flachen Hand gegen die Seite des Welpen ist "hundgerecht". Auch an der Pfote kurz festhalten oder versuchen ihn seitlich niederzudrücken ist es ebenso. Der Welpe sollte beim spielen auch auf unserem Bauch klettern dürfen unter unseren Beinen durchkriechen etc. Wird der Welpe beim gemeinsamen herum tollen zu wild und "beißt etwas heftiger zu, so wird das Spiel sofort abgebrochen. Ein deutliches, quietschendes "Aua" und der Welpe wird schnell lernen, dass er das nächste mal weniger heftig attackieren darf und wird so eine "Beißhemmung" auch beim Sozialpartner Mensch erlangen. Wichtig ist Anfang und Ende des Spiels zu bestimmen.
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Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr?!
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Ganz so pauschal lässt sich das natürlich nicht sagen, aber es dauert meist bedeutend länger!
Wenn der Welpe zur Begrüßung an uns hochspringt, dann tut er das um unser Gesicht zu erreichen ("Schnauze" stoßen bzw. lecken"), also um uns zu begrüßen. Wenn wir das Verhalten belohnen, ihn nun gleichzeitig streicheln und begrüßen, so lernt er daraus, dass wir das so in Ordnung finden. Das gleiche gilt für die Erlaubnis das Sofa oder den Sessel in Beschlag zu nehmen. Irgendwann wird "Hänschen" groß und verdreckt bei Regenwetter mit seinen "Pranken" das gute Stück!
Das heißt also, was wir ihm als Welpe gestatten, sollten wir ihm später als erwachsenen Hund nicht plötzlich verbieten. Das würde ihn nur irritieren und eine klare Linie sollte auf jeden Fall sein. Nur ein Welpe, der von Anfang an weiß woran er ist mit seinem "Chef" ist, kann ein sicherer (zufriedener) Hund werden.
Es mag auch entzückend sein, wenn der Welpe bspw. ein Huhn oder eine Krähe aufscheucht und hinterher hechtet, doch hier werden bereits die Weichen für späteres Wildern gelegt und der Junghund wird irgendwann im Wald verschwunden sein. Ablenken und mit einem Ersatzobjekt zum spielen animieren! Wichtig sind positive Bestärkung der gewünschten Verhaltensweisen, ignorieren der unerwünschten, Motivation durch Stimme, Verbot durch ruhige, aber bestimmte, klare Ansage. Beobachten der Signale des Hundes.
Allerdings kann die positive Bestärkung weniger reizvoll sein, als das unerwünschte Verhalten. (Ein Reh zu jagen ist wahrscheinlich reizvoller, als ein Leckerle).
Um einen Hund von unerwünschten Verhalten abzubringen genügt vielfach schon Ablenkung. Dabei ist vorausschauendes beobachten und handeln absolut unerlässlich. Viele Gelegenheiten für den Hund sind erst durch eigene Unaufmerksamkeit möglich, und könnten oft verhindert werden. Wichtig sind bei den “Geboten” Konsequenz in Verbindung mit positiver Bestärkung, wenn Hund entsprechend unserem Wunsch reagiert. Diese klaren Ansagen sollten immer mal wieder zur Absicherung und Festigung durchgeführt werden. Je nach Situation kann man u. U, auch verschiedene “Hilfsmittel” anwenden. Ledersäckchen (zum werfen), Blumenspritze, Schleppleine usw., Früher arbeitete man häufig mit Wurfketten, aber ich meine, dass eine solche nur im Ausnahmefall, also bei wirklich extremen “Verfehlungen” eingesetzt werden darf. Aversive Hilfsmittel gehören aber generell nicht in Laienhand, denn Fehlverknüpfungen könnten die Folge sein. Ebenso muss das Timeing absolut exakt sein um vom Hund auch richtig verknüpft zu werden.
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Der Hund als “Diktator”!
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Dieses Kapitel dient ausschliesslich tatsächlichen Rangordnungsproblemen innerhalb der Mensch-Hund-Beziehung. (Gibt es keine Probleme, bedarf es auch keiner Änderung des Umgangs mit dem Hund!)
Berücksichtigt man die Rangordnung in einem Wolfsrudel, so kann man schnell feststellen, wer der Alpha ist. Ihm wird vom rangniedrigeren Tier platz gemacht, wenn es im Weg liegt und er es „wünscht“, er darf als erster fressen, (macht es oft aber gar nicht), er erkundet als erster ein fremdes Revier, sein Liegeplatz ist für andere tabu, solange er darauf besteht, usw. Auch wenn immer wieder behauptet wird, dass dies nur bei in Gefangenschaft gemachten Wölfen beobachtet würde... dem ist nicht so. Auch bei frei lebenden Wölfen und Dingos ist dieses Verhaltensschema zu beobachten.
Aber viele Hundehalter lassen ihren Hund, oft unbewusst, in verschiedenen Situationen den Vorrang. Da wird Hund zuerst gefüttert, damit er dann nicht bettelt und am Tisch sabbert, er quetscht sich als erster durch die Tür, da er es “ja“ eilig” hat, er liegt im Weg, und man steigt über ihn drüber, (“er schläft doch grad so schön”), und wenn er gestreichelt werden möchte, ertappen wir uns dabei, wie wir ihn unbewusst kraulen. Beim Spaziergang bestimmt er evtl. noch den Weg. Hund hat seine Menschen also oft recht gut im Griff.
Alles Kleinigkeiten aber die Masse macht es aus. Wenn ein Hund sich nur ab und an mal einzelne Privilegien herausnimmt, ist das m. E. auch kein Problem. Er muss nicht jedesmal aufstehen, wenn er im Weg liegt, aber er muss es ohne zu murren tun, wenn ich es von ihm fordere. Summiert sich aber das Ganze und Hund hat bei allem “die Nase vorn”, und besteht auf seine Vorrechte uns gegenüber, dann besteht dringender Handlungsbedarf.
Durch sein "natürliches" Expandierungsverhalten wird der selbstbewusste Junghund nämlich evtl. tatsächlich versuchen im Rang nach oben zu steigen. Durch falsch verstandene Nachsicht erziehen wir uns so unter Umständen einen kleinen Tyrann, der uns diktiert, wann er was haben oder machen möchte.
Natürlich sollte man, wenn ein Welpe uns zum spielen animiert, darauf eingehen, das stärkt ja die Bindung. Ist der Hund aber schon etwas älter, also in der Rudelordnungssphase, dann sollten wir nicht sofort auf seine Aufforderung eingehen, sondern sein diktierendes Verhalten ignorieren und ihn etwas später, und von uns aus, zum spielen animieren. Wir sollten bestimmen, was wann gemacht wird!
Wichtig sind positive Bestärkung der gewünschten Verhaltensweisen, ignorieren der unerwünschten, Motivation durch Stimme, Verbot durch ruhige, aber bestimmte, klare Ansage. Beobachten der Signale des Hundes. (Oft wird das ignorieren aber mit “Hund wegschicken” verwechselt, oder aber er wird stundenlang ignoriert.) Für den Hund ist das dann aber nicht nachvollziehbar und macht ihn nur unsicher. Also immer situativ !
Wichtig ist auch hier ein konsequentes Training der Kommandos in Verbindung mit positiver Bestärkung, welches immer wieder zur Absicherung und zur Festigung durchgeführt werden sollte.
Was kann man also tun um diesem Verhalten entgegenzuwirken? Zur Erinnerung... ich spreche hier von einem “Macho”, der sich tatsächlich Stück für Stück immer mehr Freiheiten herausnimmt und diese- u.U. mit Nachdruck -, versucht durchzusetzen.
Man sollte nicht den ganzen Tag über einen gefüllten Napf herumstehen lassen. Sie bestimmen, ob und wann es Futter gibt. Und hier gilt: Erst Kommando geben (z.B. “sitz”) und wenn er dieses ausgeführt hat, füttern. Auch kleinere Portionen per Handfütterung zählen dazu und sind wichtig. Stets in Verbindung mit Kommando. Er muss künftig etwas tun, um zum Ziel zu kommen. Eventuell kann es notwendig sein, den Hund etwas hungern zu lassen. (Freilebende Wölfe, Wildhunde hungern oft 48 Stunden und mehr!) Er muss lernen, dass Sie die Macht über den Nahrungsnachschub haben.
Nicht wahllos Hundespielzeug herumliegen lassen, sondern eines anbieten, nachdem der Hund ein Kommando ausgeführt hat. Sie bestimmen wann und womit gespielt wird.
Nicht auf Vorlieben und Abneigungen des Hundes eingehen.
Dem Hund keine erhöhte Sitzposition gestatten. Notfalls Sofa oder Sessel unattraktiv gestalten durch blockieren der Sitzfläche.
Keine Zerrspiele. Das „Selbstbewusstsein“ sollte nicht noch gestärkt werden.
Nicht streicheln, wenn der Hund dazu auffordert und stupst. Er verlangt in dem Moment!
Den Proteingehalt des Futters evtl. reduzieren. (Lt. neuester Studien fördern bzw. steigern zu hohe Eiweismengen die Aggression, Hyperaktivität, und Impulsivität). U.a. nachzulesen in „Wer ist hier der Boss” von Nicholas Dodman.
Unsinnig ist es hingegen ihm sein Futter wegzunehmen um unsere Macht zu demonstrieren. Leider wird das immer wieder empfohlen. Ich halte das für falsch, denn was soll der Welpe/Hund daraus lernen? Dass er uns nicht bedingungslos vertrauen kann! Die Zuteilung von Futter, also wann und wo, bestimmen wir, aber wir sollten ihm einmal zugeteiltes nicht wieder streitig machen. Die Folge könnte sein, dass er uns die Zähne zeigt und/oder knurrt und so seine Aggression gefördert wird. Und somit bereiten wir ihm und uns zusätzlichen Stress und erziehen uns einen „pseudodominanten” Hund heran.
Und wer geht als erster durch die Tür?! (Ich weiss, alle die bestimmte Hundebücher gelesen haben, finden diese Theorie nun überholt)..
Ist sie das wirklich?
Ich meine „Nein“!
Begründung:
Auch wenn es scheinbar Mode geworden ist, vieles von dem was man früher annahm und für richtig befunden hatte, nun für falsch zu halten, weil irgendein „Guru“ seine Meinung veröffentlicht hat und nun alle nach diesem neuen „Messias“ schreien...ich sage...Das ist keinesfalls überholt !
Bis vor 2 Jahre vor seinem Tod war mein Rüde der Alpha, seine Tochter akzeptierte seinen Rang.
Onix ging stets vor seiner Tochter hinaus auf die Terrasse oder auch aus dem Haus und das mit sichtbar höher gehaltener Rute als Unica. Bei allen Dingen hatte er Vorrecht und nahm es auch in Anspruch.
Als Onix aber krank und obendrein älter wurde, änderte sich das pö a pö.
Recht schnell hatte sie “die Hosen an”...ging von 100 mal.. auch 100 mal als erste durch die Türe mit höher getragener Rute als der Rüde, oder hinaus auf die Terrasse, sie hatte das Vorrecht einen interessanten Hundehaufen zuerst zu erkunden und verteidigte dies auch durch brummen gegenüber Onix. Am Zaun andere Hunde zu verbellen, da zeigte es sich auch, wer nun die höhere Rangposition hatte.
Würde diese Theroie, sprich, das mit dem „als erster durch die Tür“ gehen tatsächlich überholt sein und mit Rangordnung bzw. Dominanz nichts zu tun haben, gäbe es keine Erklärung, warum Onix plötzlich seiner Tochter stets den Vorrang ließ. (Da mag man mich ruhig für altmodisch halten...ich vertrete da die Ansichten von Zimen und Trumler).
Damit meine ich nun aber nicht, dass man Dominanzprobleme alleine damit löst, als erster durch die Türe zu gehen, sondern eine Vielzahl von Faktoren berücksichtigt werden müssen, in der der Hund seine Position Stück für Stück erhöht. D. h., man sollte in den unterschiedlichsten Situationen klarstellen, wer das Sagen hat. Dominanz bedeutet ja nichts anderes als sich durchzusetzen.
Also...stellt der Hund ihre Position in Frage, in dem er pausenlos “diktiert”, dann ist Handlungsbedarf. Aber auch nur dann!
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Aggressives Dominanzverhalten gegen Besitzer / Familienmitglieder
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Erst einmal muss man ergründen, worum es bei dem gezeigten „Aggressionsverhalten“ geht - was der Auslösereiz ist - und ob man diesen nicht ggfls. einfach unterbinden kann. Es ist ja gleichzeitig auch abhängig von der Motivation des Hundes.
Aggression zur eigenen Verteidigung also aus Angst?
Aggression zur „Machtprobe“?
Aggression als Gegenangriff?
Aggression zu Ressourcenverteidigung? usw.
Erst einmal gilt: „Ruhe bewahren“! Unter Hundeartigen wird, im Gegensatz zu den Primaten, nicht laut gebrüllt um Souveränität oder Stärke zu demonstrieren.
Wichtig ist ausserdem sich auf keinen körperlichen Kampf einzulassen. Druck vermindert Aggression nicht, sondern steigert sie.
Ich kann nur jedem empfehlen, sich wirklich professionelle Hilfe zu suchen. Man sollte auf Ferndiagnosen verzichten, denn nur vor Ort und in der Alltagssituation kann man erkennen, was zu tun bzw. im Umgang mit dem Hund zu ändern ist.
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Kleine Kommandos ohne Zwang
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Ein Welpe muss noch keine Unterordnungskommandos im üblichen Sinne lernen bzw. können. Er soll ja erst mal "Kind" sein dürfen. Aber es ist dennoch durchaus möglich dem Welpen "Sitz" und auch "Platz" beizubringen. Aber bitte in sanfter bzw. spielerischer Form.
Ein Welpe lernt sehr schnell, dass er, wenn er auf Zuruf kommt, belohnt wird. Setzt sich der Welpe irgendwann, so muss er sofort bestätigt werden. Wenn wir also sofort "sitz" sagen, ihn streicheln oder ein Leckerle geben, wird er sehr schnell den Zusammenhang mit seiner Handlung und unserer Belohnung, verknüpfen. Das gleiche gilt für "platz". Wenn der Welpe bereits sitzt nimmt man ein paar Leckerle in die geschlossene Faust und geht mit der Hand vor dem Hund auf den Boden. Der Welpe wird nun versuchen da heran zu kommen, wird sich herunter beugen und meist recht schnell in die gewünschte Position gelangen. Umgehend wird die Hand geöffnet und der Hund wird mit "platz" bestätigt. Auch wenn der Hund sich irgendwo in einer Ecke hinlegt, wird er mit "Platz" bestätigt. Doch der Welpe soll ja nun nicht abliegen im Sinne der VDH Prüfungsordnung, und deshalb sollte ihm aus dem "platz" heraus nun ein Gegenstand, sei es Ball oder Beißwurst geworfen, und somit das "Kommando", aufgehoben werden. So lernt schon der Welpe, dass "platz" nicht zwangsläufig negativ sein muss!
Anmerkung: Den Welpen bei der Sitzübung vorne hochzuziehen und hinten herunterzudrücken ist leider immer noch häufig zu beobachten. Bei der "Platzübung" wird er leider immer noch oft am Halsband nach unten gezogen oder es werden ihm kurzerhand die Vorderbeine weggezogen! Das muss und darf nicht sein!
Auch sollten die Kommandos präzise und in unterschiedlicher Tonlage gegeben werden. Das bedeutet: Der Hund muss verstehen können, was wir von ihm wollen. Motivation durch Stimme! Das wichtigste ist dabei Geduld und Ruhe,. denn nur wenn wir selbst ruhig und gelassen sind, kann es auch der Hund sein.
Nicht alle Kommandos in gleicher Lautstärke und Tonlage geben. Beim Hund gilt: Efolgreiche Übungen nicht sofort wiederholen...aber mit gut funktionierenden Übungen, verbunden mit viel Lob, die UO abschließen. Und.... in der Kürze liegt die Würze!
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Welpentests
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Unter anderem unternahmen folgende Biologen/Verhaltensforscher Tests an Welpen durch:
Scott/Fuller, 1965
Campbell, 1975
Pfaffenberger, 1976
Drs.J.H. Frijlink,
Goddard u. Beilharz, 1986
Stanley Coren, 1994
Blättert man in der Fachliteratur, so zeigt sich, dass die Verhaltensforscher von unterschiedlicher Dauer der einzelnen Phasen der Prägung u. Sozialisierung ausgehen. Da gibt es Abweichungen von 1 – 3 Wochen. Manche gehen davon aus, dass hier keine starren Altersangaben gegeben werden können, da die Übergänge der einzelnen Phasen ineinander fliessen.
In einem sind sich jedoch alle einig, was versäumt wurde, ist nicht wieder gut zu machen.
Bei isolierter Haltung von Welpen in den ersten sieben Lebenswochen zeigten sich bei nachfolgender Haltung gegenüber Menschen und Artgenossen Verhaltensstörungen wie Erregungszustände, Aggressionen, Angst- und Meideverhalten, die nicht mehr reversibel sind (FULLER und CLARK 1966; FULLER, 1967); Diese Welpen zeigten sich später oftmals als „notorische Raufer“, die weder Unterlegenheits- noch Beschwichtigungsgesten zeigten, da sie während dieser wichtigen Lernphase keinen Umgang mit Artgenossen hatten und diese Mimik und Gesten weder verstehen noch zeigen können (PFAFFENBERGER, 1974).
Falsche oder fehlende Prägungsvorgänge sowie negative Schlüsselerlebnisse in dieser Phase können tiefgreifende Folgen für die Grundeinstellung des Tieres zu seiner Umwelt haben (BRUNNER, 1994). SERPELL und JAGOE (1997) sehen die Grenzen zwischen Sozialisierungsphase und Pubertätsphase als fließend, wobei Verhalten oder Vorlieben in diesen Phasen erworben werden können.
FREEDMAN, D, King J., Elliot. O. sozialisierten bei ihren Versuchen verschiedene Welpen eine Woche lang intensiv auf den Menschen, wobei ein Teil ab dem vierzehnten Lebenstag, die anderen Welpen zu gleichen Teilen im Alter von der dritten, fünften, siebten und neunten Lebenswoche sozialisiert wurden. Danach wurden sie zu ihren Wurfgeschwistern zurückgebracht. Eine Gruppe Kontrollwelpen wurden bis zu einem Alter von vierzehn Wochen nicht sozialisiert. Mit vierzehn Wochen wurden alle Welpen getestet, wobei sich die Tiere, die zwischen der fünften und der neunten Woche sozialisiert wurden, am schnellsten dem Menschen näherten und am besten zu auszubilden waren.
Die unsozialisierte Kontrollgruppe blieb durchweg ängstlich und sehr auffällig im Umgang.
Was ist von solchen Tests zu halten?
Berücksichtigt man, dass die Übergänge der Phasen fliessend sind, so kann man m. E. nicht genau sagen, was angeborene oder bereits erworbene Verhaltensweisen sind. Hinzu kommt die Tagesform des Welpen und auch rassespezifische Eigenschaften.
Und die Vererbung ?
Studien zufolge, bei welchen Versuchspaarungen durchgeführt wurden, haben gezeigt, dass Welpen von wesensschwachen Eltern, bei optimaler Prägung/Sozialisierung sich wesensmäßig besser entwickelten, als Nachwuchs nervenstarker Eltern (wesensmäßig getestete Hunde), welcher bewusst reizarm und ohne umfangreiche Prägung aufgezogen wurde. Das bedeutet angeborene Wesensmängel sind mit bestmöglicher Prägung durchaus abzubauen, wogegen Welpen, welche zwar genetisch die besten Voraussetzungen haben, aber bei denen die Prägungsphase ungenutzt bleibt, schwere bis schwerste Wesenmängel aufweisen. (Cornell University Veterinary College)
Man kann also davon ausgehen, dass Wesensmängel nicht nur angeboren sein können, denn dann wäre die weitere Welpenprägung ja vollkommen überflüssig, da es ja dann keinen positiven Einfluss haben würde. Es würde sich demzufolge nichts verändern.
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Quellenangabe: W.E. CAMPBELL Behaviour Problems in Dogs,(1975) FREEDMAN, D, King J., Elliot. O.. Critical periods in the social development of dogs, 1961) PFAFFENBERGER Guide dogs for the blind: Their selection, development and training, 1976 SCOTT/FULLER Genetics and Social Behaviour of the Dog(1965) GODDARD u. BEILHARZ, Early prediction of adult behavior inpotential guide dogs 1986 DRS.J.H. FRIJLINK (aus “The Association of pet behavior Counsellors”)1000 Beagle-Welpen unter gleichen Bedingungen, gleicher Test, dabei eine „blinde“ Kontrollgruppe) BRUNNER Der unverstandene Hund 1994 SERPELL u. JAGOE Early experience and the development of behaviour, 1995 STANLEY COREN The Intelligence of Dogs, 1994
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Die Sensibilität des Welpen/Hundes
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Die Sensibilität eines Hundes ist m.E. gewissermaßen mit Intelligenz gleich zusetzen. Das bedeutet, dass ein sensibler Hund auch schneller verprellt wird, wenn ihm aus seiner Sicht heraus, unverständliches widerfahren ist. Er vergißt unsere Fehler nicht! Er erkennt aber auch unsere psychische Überlegenheit und merkt auch ebenso schnell wenn wir unsicher sind! Unsere "Stimmungsschwankungen" durchleuchtet er genauso und selbst wenn wir so tun als seien wir zufrieden, (ein halbherziges Lob), merkt er sofort, dass wir es eigentlich nicht sind. Also sollten wir, wenn wir uns nicht gut fühlen oder schlechter Stimmung sind, erst gar nicht mit dem Hund in irgendeiner Form "arbeiten".
Ein Hund der ständig im Weg liegt, und der, obwohl wir ihm schon mehrmals auf die Pfoten oder den Schwanz getreten sind, dennoch im Weg liegenbleibt, ist entweder stur oder unsensibel, manche würden sagen...dumm!
Belgische Schäferhunde bieteten sich aufgrund ihrer Intelligenz scheinbar frühzeitig zum "arbeiten" an, sind sie doch “führig”, und mit Freude bei der Arbeit dabei. Aber Vorsicht! Falscher Ehrgeiz seitens der Besitzer führen nicht selten zu problematischen Hunden, da oft zu früh und zu schnell und auch zu hart gearbeitet wird. Mit ca. 2 - 3 Jahren ist der Belgier eigentlich erst erwachsen. Und das gilt auch für viele andere Hunderassen. Er muß nicht mit 15 Monaten die Begleithunde-Prüfung absolvieren!
Es macht auch wenig Sinn, richtig absolvierte Übungen sofort zu wiederholen. Aber auch das geschieht auf vielen Übungsplätzen immer wieder und frustriert so manchen Hund.
Übrigens: Hundebesitzer, die schon im Voraus ahnen bzw. kommen sehen, wie ihr Hund gleich reagieren wird, brauchen sich nicht zu wundern, dass diese sensiblen Tiere auf die Gefühlsregungen und Unsicherheiten „ihrer Menschen“ auch tatsächlich genau so, also wie dieser erwartet, reagieren.
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Rudelhaltung / Pseudostärke?!
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Interessant ist die Entwicklung der Welpen, die als Zweithund in ein vierbeiniges Rudel hinzukommen, oder als künftige Zuchthunde bei der Mutter verbleiben.
Diese Tiere zeigen, sofern die Mutter oder das Alttier selbst sehr gefestigt ist, ein durchaus normales Verhalten im Rudel.
Ich habe aber schon häufig beobachtet, dass diese „sicheren“ Hunde aus dem Rudel genommen, sich plötzlich sehr unsicher zeigen. Also sich im Rudel stark bzw. unauffällig, alleine bzw. herausgenommen aus dem Rudel, plötzlich sehr sensibel, unsicher und befangen zeigen.
Um dem entgegen zu wirken ist es wichtig, mit dem hinzu gekommenen Welpen, zumindest anfangs viel alleine zu unternehmen, also ohne das restliche Rudel oder den Ersthund.
Wie selbstbewusst und in sich wirklich gefestigt dieser Welpe wird, liegt am Besitzer. Manche Rudelhunde, auf sich allein gestellt, also ohne die Artgenossen „brechen“ in sich zusammen, da der Halt bzw. die Sicherheit des Rudels fehlt. Da hilft auch die Anwesenheit des Besitzers nicht.
Und man sollte auch bedenken: Der Zweithund wird sich nicht nur positives Verhalten abgucken, sondern auch negatives. “Pöbelt” z.B. der “Althund”schon gerne, wird der Zweite es auch tun. Zeigt der Ersthund Unsicherheiten in bestimmten Situationen, so wird sie auch der dazugekommene Welpe/Hund schon bald zeigen.
So schön es ist, zwei oder mehrere Hunde zu halten.... es hat nicht immer nur Vorteile.
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Umkonditionierung
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Um eine Umkonditionierung zu erreichen, muss erstmal definiert werden, was unter Konditionierung zu verstehen ist. Man unterscheidet hier in drei Grundtypen: Klassische Konditionierung ala Pawlow, 1902, (Futter - Glocke - Speichel), operante Konditionierung nach Burrhus F. Skinner, 1937, (natürliches und/oder zufälliges Verhalten bestärken um so eine Verknüpfung zu erreichen) und instrumentelle Konditionierung.
Einen Hund von seinem unerwünschten Verhalten, (z.B. erlerntes Verhalten durch Fehlverknüpfung, oder unbewusste Bestätigung des Besitzers zum falschen Zeitpunkt) abzubringen, nennt man umkonditionieren.
Dazu können Clicker-Training und Motivations-Objekte genauso wie optische Signale, angewandt werden. (Unerwünschtes Verhalten wird nicht bestätigt, und erwünschtes Verhalten bekräftigt bzw. positiv bestärkt.)
Aber häufig werden zur Korrektur des Verhaltens aversive Hilfsmittel zur Umkonditionierung verwendet.
(Halti, Rütteldose, Wickelleine, Korallenhalsband, Sprühhalsband usw.) sowie aversive Reize in Form von Schlägen oder Strom = Umkonditionierung durch Strafreize.
Allerdings lernt hierbei der Hund nur, dass es unbequem oder gar schmerzhaft ist, er lernt aber nicht unbedingt was erwünscht ist!
Beispiel: Pfütze ins Zimmer machen, in Anwesenheit des Besitzers, Bestrafung mittels Rütteldose! Pfütze im Nebenzimmer – Besitzer bekommt es nicht mit – keine Bestrafung!
Also “lernt“ Hund: Pfütze in der Wohnung machen ist nicht verboten, sondern nur in Anwesenheit des Besitzers.
Natürlich kann man nicht immer durch Clickern, und/ oder mit Hilfe von Leckerle (“schönfüttern”) eine Verhaltensänderung erreichen, aber es sollte immer 1. Option sein.
Es gibt gute Seiten im Internet die das Prinzip sowie die Möglichkeiten sehr gut erklären.
Ich möchte hier nicht näher auf das Clicker-Training eingehen. Das Internet sowie Fachliteratur bietet einen recht guten Einblick darüber. Man sollte jedoch dabei immer bedenken, dass ein Hund seine gesamte Umwelt während des clickerns wahrnimmt und somit auch schnell mal eine Fehlverknüpfung die Folge sein kann. Daher ist es ratsam, sich an kompetente Personen zu wenden und nicht einfach so drauflos zu clickern. Des weiteren stellt sich mir noch die Frage, ob es sinnvoll ist, solche Verhaltensweisen wie, “über die Schnauze lecken”, “Zähne fletschen”, “knurren” und “schwanzwedeln” zu “beclickern”, was leider hin und wieder getan wird.... siehe google. Als positive Bestärkung ja, aber ich meine, man sollte es nicht zur totalen “Manipulation” des Hundes einsetzen. Eine Desensibilisierung, z.B. bei Angst und/oder Aggression, sollte von einer kompetenten Person vorgenommen werden. Hilfreich ist es allerdings, am besten von klein auf, beim Hund ein Entspannungssignal zu konditionieren. (Z.B. “Ruuuuuhe”, “cooooool”, eeeaassy” und dieses sollte natürlich positiv, z.B. durch Körpermassagen/TT, belegt werden. Dabei wird Oxytocin ausgeschüttet und dies führt zur Beruhigung/Entspannung des Organismus, da es cortisolhemmend wirkt. Später genügt bereits das konditionierte Signal, um den Hund etwas “herunter zufahren”.
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Zerstörungswut / „Protestpinkeln“ Trennungsangst oder doch nur Langeweile?
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Hunde mit Trennungsangst reagieren oft unterschiedlich.
Manche Hunde zerstören die Wohnungseinrichtung, andere pinkeln in die Wohnung.
(Konfliktsituation = Übersprungshandlung)
Protestpinkeln im menschlichen Sinne gibt es nicht. Denn wirklicher Protest wäre eine vorsätzliche Handlung. Falschheit und Niedertracht kennen Hunde auch nicht. Die Gründe für plötzliche Unsauberkeit oder Zerstörungswut sind vielfältig: Aus Angst/Unsicherheit, Langeweile, Frustration, mangelnde oder falsche Erziehung, krankheitsbedingt, oder aber auch um das Territorium zu markieren, also zur Demonstration bzw. wenn das „Rudelgefüge“ aus seiner Sicht nicht mehr in Ordnung ist. Immer aber haben solche Hunde „negativen Stress“.
Alle diese Hunde haben meist eine extrem starke Bindung zum Besitzer, was normalerweise gut und anzustreben ist. Aber manchmal ist es eben auch des Guten zu viel.
Damit möchte ich sagen: Ihr seelisches Gleichgewicht ist gestört, wenn sie dann plötzlich alleine bleiben müssen oder ausgesperrt sind, oder auch nur einfach nicht mehr im Mittelpunkt stehen.
Viele Hundebesitzer berichten voller stolz von der Treue oder dem anhänglichen Charakter ihres Vierbeiners, der ihnen in der Wohnung auf Schritt und Tritt folgt.
Meine Hunde laufen mir nicht ständig in der Wohnung hinterher. Sie müssen mich nicht ständig begleiten, beobachten also kontrollieren, wo ich bin oder was ich mache. Beschützt werden muss ich in meinen eigenen 4 Wänden auch nicht. (Im Ernstfalle könnte ich aber auf sie zählen.) Hin und wieder schaut mal einer vorbei, und geht dann wieder. Ich finde das ok so.
Hunde die einem ständig folgen, kontrollieren meist aus Unsicherheit oder aus Dominanz. (Wo du hingehst, gehe ich auch hin...gleiches Recht für alle.) Oder aber aus Opportunismus. (Es könnte ja etwas lohnendes dabei herausspringen, z.B. in der Küche).
Manche Hunde entwickeln dabei einen regelrechten Stress, wenn sie meinen, ständig aufpassen zu müssen und können sich gar nicht mehr richtig entspannen. Ständig auf der Hut! Meine Hunde haben keine festen Liegeplätze und dürfen sich im Haus frei bewegen. Wer also nun meint, ich hätte sie auf irgendeinen Platz "gebannt", der irrt. Draußen allerdings lassen mich die Beiden nicht aus den Augen.
Sollte es sich bei einem Hund tatsächlich um eine Form der Trennungsangst handeln, so sollte er lernen, auch in Anwesenheit vom Besitzer, ihm nicht auf Schritt und Tritt zu folgen. Etwas mehr abnabeln, wäre dann da angebracht, auch wenn es unmenschlich erscheinen mag. Diese Trennungsangst entsteht meist aus übermäßiger Zuwendung, die dann auf einmal, durch weggehen des Besitzers, oder nicht mehr bei ihr/ihm sein dürfen, schlagartig weg ist.
Es wäre in dem Fall gut, den Hund an einen bestimmten Platz in der Wohnung zu gewöhnen. Man sollte also mehrmals täglich für einige Minuten das liegen bleiben auf dem zugedachten Liegeplatz üben. Das kann eine Decke oder ein Korb sein. Diesen sollte man mit Leckerle schmackhaft machen. Am Anfang entfernt man sich mit Kommando "bleib" nur für wenige Sekunden, bleibt aber selbst noch im Zimmer. Später erweitert man es auf den Nebenraum und verschwindet erst für wenige Sekunden, später erhöht man den Zeitintervall auf anfangs 1 - 2 Minuten, und steigert das schrittweise. Kommt man zurück und der Hund liegt noch brav auf seinem Platz wird gelobt/belohnt.
Möchte er aufstehen, sofort Kommando "Nein" oder „Platz“, läuft er entgegen, den Hund zurück auf den Platz bringen. Klappt das dann soweit gut, kann man dann versuchen die Tür des Raumes für kurze Zeit zu schließen.
Bleibt er brav an Ort und Stelle...wieder loben. usw. (Langsames Üben ist absolut wichtig...wenige Minuten am Anfang und die Intervalle auch nicht zu schnell steigern). Der Hund wird jedes mal von seinem Platz abgeholt und belohnt! Das bedeutet, dass der Besitzer bestimmt, wann der Hund sich frei bewegen oder hinterherlaufen darf. Das alles sollte natürlich auch geübt werden, wenn mal Besuch da ist. Der Hund muss lernen, dass er nicht der absolute Mittelpunkt ist.
Aber...der Hund sollte nun nicht stundenlang auf seinem Platz „gebannt“ bleiben und das alles muss wirklich in sehr kleinen Schritten geübt werden.
Der nächste Schritt wäre dann, den Hund in einem bestimmten Raum zu lassen, zwar auch mit seiner Decke oder dem Körbchen, aber ohne zu fordern, dass der Hund dort liegen bleibt.
Das Ziel sollte ja sein, dass der Hund lernt alleine zu bleiben und nicht, dass er stundenlang auf ein und dem selben Platz verharrt.
Ein „sich davon stehlen“ ist genauso falsch, (Vertrauensbruch), wie übermäßige Verabschiedung.
Dieses Procedere erfordert viel Geduld, aber die Hunde lernen so pö a pö auch mit etwas weniger Aufmerksamkeit fertig zu werden, und dass es Zeiten gibt, wo sie auf ihrem Platz oder im zugedachten Zimmer zu bleiben haben, auch wenn Frauchen/Herrchen in der Wohnung ist. Der Besitzer bestimmt, wann es Aufmerksamkeit gibt, und wann eben nicht.
Ein homöopathisches Mittel könnte bei Trennungsangst unterstützend wirken.
Auch der sogenannte D.A.P – Spray, (beruhigende Pheromone) könnte die Stimulans des Hundes positiv beeinflussen.
Zerstörungswut aus Langeweile (Unterforderung):
Hunde, die nicht ausgelastet sind zeigen häufig ein solches Verhalten. Nur ein Hund der zuvor seinem Bewegungsdrang Rechnung tragen durfte und sich ausgiebig lösen konnte wird entspannt und ohne Stress auf die Rückkehr seines Besitzers warten können, und hat dem zufolge auch keinen “Triebstau”. Man kann ihm, nach ausgiebigem Spaziergang Kauartikel geben, mit denen er zumindest eine zeitlang beschäftigt ist.
Klassisches Beispiel:
Bei den „Superfrauchen“ wurde ein Dobermann vorgestellt, der zwar zum einen m. E. auch unter Trennungsangst litt, der aber auch gleichzeitig total unterfordert war.
Sein Frauchen tanzte Nachts zur Unterhaltung der Gäste in einer Diskothek, kam in den frühen Morgenstunden nach Hause und wollte erstmal schlafen. Der Dobermann hingegen wollte endlich beschäftigt werden und hatte ein enormes Bewegungsdefizit. Er nahm alles auseinander und kratzte obendrein den Putz von der Wand. Seinen Auslauf hatte er tagsüber zwei oder dreimal für 10 Minuten und der „grössere“ Spaziergang war ca. eine halbe Stunde lang. Dies alles mitten in Berlin und ausschliesslich an der Leine.
Wäre ich Hund gewesen...ich hätte mich genauso abreagiert!
Übrigens:
Dass ein Hund scheinbar ein schlechtes Gewissen hat, wenn die Wohnung von ihm zerpflückt wurde und die Besitzer dann nach Hause kommen, liegt daran, dass diese beim Anblick des Schlachtfeldes frustriert sind und die entsprechenden Signale aussenden. Die sind dem Besitzer wahrscheinlich gar nicht bewusst, aber ein Hund mit seinem sensiblen Gespür merkt sofort, was Sache ist, und erkennt feinste Nuancen bei Gestik / Mimik und / oder an der Tonlage der Stimme. Oder aber er hat aus der Vergangenheit gelernt: „Chef kommt nach Hause...erstmal dicke Luft! Er bringt das aber nicht mit seiner Zerstörung in Verbindung. Er weiss nicht dass wir sauer sind, weil er vor ein oder zwei Stunden randaliert hat. Ein Hund lebt in der Gegenwart.
Und wenn man den Hund an den "Tatort" führt und ihm "zeigt", was er da getan hat, dann bestimmt nicht so nebenbei und freundlich gestimmt. Logisch das er da dann entsprechend "schuldbewusst" reagiert. (Das sind reine Beschwichtigungssignale, da er die Verärgerung wahr nimmt.)
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Und nun zum Schluß:
Wenn wir lernen, bei dem Welpen/Hund kleine "Macken" und "Besonderheiten" zu akzeptieren, werden sie in der Regel besser, bzw. sie werden weniger. Wenn wir den Hund partout verändern wollen und wenn wir versuchen gezielt an ihm "herumzudoktern" erreichen wir meist nur das genaue Gegenteil. Er ist auf der Welt einzigartig! Und auch wir haben unsere "Macken", welche der Hund ja ebenfalls akzeptieren muß!
Viel Spaß mit Ihrem Hund !
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Copyright Bettina Knaupe 2002/2008 Nachdruck und Vervielfältigung, auch Auszugsweise, nur mit meiner ausdrücklichen Genehmigung!
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Bei Fragen oder Kommentaren können Sie mir eine mail senden
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